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Drei Kinderkliniken mit im Boot

Die Königskinder werden bodenständig: Ausbildung für Ehrenamtliche

Günter Benning

Münster - Das große Luftschloss ist vergessen. Jetzt werden die „Königskinder“ bodenständig. Statt einem teuren Kinderhospiz hinterherzujagen, setzt der Verein konkret Mittel für Kooperationen ein. Auch hier gehts um Hilfen für lebensbedrohlich erkrankte Kinder und ihre Familien.

Vier halbe Stellen wird der Verein, der gerade eine interne Zerreißprobe hinter sich hat, an drei münsterischen Kinderkliniken finanzieren. Am UKM, dem Franziskus- und dem Clemens-Hospital werden drei Erzieherinnen für zwei Jahre in die Betreuungsarbeit einsteigen. Am UKM wird überdies eine halbe Psychologenstelle finanziert. „Wir haben 900000 Euro Spendengelder“, sagt Vereinsvorsitzender Hubertus Foyer, „wir sind kein Spendensammelverein, wir wollen das Geld konkret einsetzen.“

Unter Führung von Foyer hatte sich der Verein vor Monaten von der Gründerin und Geschäftsführerin Anna Pein getrennt. Die ist mittlerweile in einem neuen Verein aktiv. Im internen Streit war es unter anderem um die Verwendung von Spendengeldern und um hohe Verwaltungskosten gegangen.

„Die Verwaltungskosten“, so Foyer, „haben wir drastisch gesenkt.“ Unternehmer Foyer und seine Sekretärin haben die Arbeit ehrenamtlich übernommen.

Künftig werden die Königskinder als Büro, Treffpunkt von Betroffenen und für Schulungszwecke die alte Kaplanei der St. Mauritz-Gemeinde mieten. „Dafür haben wir schon Spender“, sagt Foyer. Das denkmalgeschützte Gebäude wird derzeit von der Kirchengemeinde umgebaut.

Die Kaplanei liegt gleich neben dem Franziskus-Hospital und in der Nähe des Johannes-Hospiz, mit dem der Verein auch jetzt schon kooperiert. Die Chefärzte der drei Kooperations-Kliniken sollen künftig den ärztlichen Beirat bilden. „Dadurch wollen wir Kontakte zu den Betroffenen knüpfen, um ihnen helfen zu können.“ Heute beginnt die erste Schulung des Vereins für acht ehrenamtliche Betreuer.

Eine Kooperation sind die Königskinder auch mit dem Bunten Kreis Münsterland eingegangen, dessen Sitz in Coesfeld ist. Der Bunte Kreis organisiere „sehr professionell“ die sozialmedizinische Nachsorge für Kinder nach einem Klinikaufenthalt. Diese Hilfe ist aber aus Kostengründen auf sechs Wochen begrenzt. Hier können sich die Königskinder vorstellen, die Betreuung danach noch fortzusetzen.

Hubertus Foyer sieht den Verein in ruhigem Fahrwasser: „Jetzt kümmern wir uns um neue Spender und Freiwillige.“

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