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Die Lachnummer

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Was nutzt das ganze hochdiplomatisch fein ziselierte Drumherum-Gerede: Einen Bundeswirtschaftsminister Michael Glos wird in dieser Republik zukünftig kaum jemand vermissen. Der gern wortgewaltig Sprüche klopfende Müllermeister hat sein Amt vom ersten Tag an als schwere Last empfunden. Keine Spur von politischem Lustgewinn, von Leidenschaft und Begeisterung im Job. Eine dem Parteien-Proporz geschuldete Fehlbesetzung. Nicht jeder wächst mit seinen Aufgaben. So einfach ist das.

Und der Seehofer Horst? Der christsozialen Leuchtturmgestalt ging am Wochenende beileibe kein Licht auf, als er das Glossche Rücktrittsgesuch doch tatsächlich zunächst mit einem Basta-Nein beschied. Peinlich. Nicht auszuschließen, dass Michel Glos seinen finalen Rücktritts-Überraschungscoup, der den bayerischen Neu-Ministerpräsidenten derart aufs Glatteis manövrierte, noch als größten Erfolg seines Wirtschaftsminister-Wirkens werten könnte . . .

Peinlich auch das Lamentieren über die schleichende Abwertung des Wirtschaftsressorts zugunsten anderer Ministerien. Wer dies überwiegend kampflos, ja resignierend nur zur Kenntnis nimmt, sollte bis zu einem Rücktritt nicht Jahre ins Land gehen lassen.

Nun also ein unverbrauchtes Gesicht am Kabinettstisch. Mal sehen, wie sich der junge Baron in seine neue Aufgabe einfindet, an der politische Hochkaräter wie Erhard, Schiller und Graf Lambsdorff so viel Gefallen fanden. Das junge CSU-Talent, hoffentlich keine Verlegenheitslösung, hat eine Chance verdient – und noch dazu gute Voraussetzungen. Denn: Schlimmer als zuvor geht’s nimmer. Herrschaftszeiten!

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