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Die Lehrer sind immer da

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Mathebuch, Englischheft und die Mappe für Geschichte – Jannik nimmt seine Schulsachen in die eine Hand, Schreibzeug in die andere und geht zum Unterricht. Schultaschen sieht man auf seinem Schulhof nur selten. Der Weg in die Klasse dauert schließlich höchstens fünf Minuten.

Jannik Jührs lebt und lernt im Internat Louisenlund. Das liegt in Schleswig-Holstein in der Nähe des Orts Güby. „Es ist viel entspannter, hier zu Schule zu gehen. Wenn ich mal meine Hausaufgaben nicht aufgeschrieben habe, frage ich einfach meine Mitschüler oder die Lehrer“, sagt der Elfjährige. Und das geht ganz schnell. Schließlich wohnen sie direkt nebenan. Mit zwei Mitschülern teilt sich Jannik sogar ein Zimmer.

„Es ist ein anderes Gefühl, Unterricht bei Lehrern zu haben, mit denen man zusammenwohnt“, erklärt Jannik. Die Lehrer sind da, wenn die Schüler aufstehen, beim Frühstück, beim Mittagessen und beim Abendbrot. Und natürlich im Unterricht und in der Arbeitsstunde, in der die Hausaufgaben gemacht werden. Auch die Arbeitsgemeinschaften, die in Louisenlund „Gilden“ heißen, werden oft von Lehrern betreut: Segeln, Tennis, Golf, Theater und Trompetenunterricht. Und schließlich sind es die Lehrer, die Jannik und seine Schulfreunde abends ins Bett schicken.

Aber vermisst der Sechstklässler nicht manchmal seine Familie und sein eigenes Zimmer? „Nein, das Leben im Internat ist etwas Besonderes. Man lebt hier wie in einer großen Familie. Das ist natürlich manchmal auch schwierig. Aber schließlich streitet man sich auch mal in der Familie“, sagt Jannik. Seine Eltern sieht der Elfjährige fast jedes Wochenende. Dann fährt er nach Hause, nach Kiel. Das ist ungefähr eine Stunde Autofahrt entfernt.

Schon als Jannik in der Grundschule war, hat er sich gewünscht, nach Louisenlund zu gehen. In einem Sommercamp zum Hineinschnuppern hat er das Internatsleben kennengelernt. „Wir haben tolle Sachen gemacht: eine Rallye, Segeln, Tennisspielen, eine Nachtwanderung.“

Das Internatsleben gefällt dem Elfjährigen so gut, dass er auf jeden Fall dort auch Abitur machen will. (dpa)

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