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Serie: Pferdearten

Die Locken sind das Besondere

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Manche Pferdefreunde haben ein ganz verzwicktes Problem: Sie sind allergisch gegen Pferdehaare. Doch es gibt zum Glück eine noch wenig verbreitete Pferderasse, die in solchen Fällen deutlich weniger tränende Augen oder Schniefnasen auslöst.

Das „American Bashkir Curly Horse“, kurz Curly Horse, ist eine Rasse, die sofort wegen ihres gelockten Fells und ihrer gelockten Mähnenhaare auffällt. Verantwortlich ist ein „Curly-Gen“. Das Fell des Curly Horse trocknet nicht nur gut, es hat auch einen besonderen Geruch, der an Lammwolle erinnert. Die Pferderasse wird von ihren Züchtern als intelligent, gelehrig, ausgeglichen und menschenbezogen beschrieben. Die elfjährige „Perfect“ hat das auf der Pferdemesse „Equitana“ in Essen deutlich bewiesen: Sie ließ sich wie selbstverständlich und stundenlang von neugierigen Besuchern streicheln.

Curlys haben eine lange Geschichte: Nachgewiesen ist, dass die Crow- und Sioux-Indianer bereits Anfang des 19. Jahrhunderts vereinzelt gelockte Pferde besaßen. Dann entdeckten der Farmer Giovanni Damele und sein Sohn Peter in Nevada eine Herde gelockter Wildpferde und fingen sie ein. Die Dameles züchteten dann mit ihnen. Wie kältefest die Tiere mit dem auffallenden Fell waren, bewiesen sie im extrem kalten Winter des Jahres 1932. Beinahe alle glatthaarigen Pferde sowie der gesamte Viehbestand der Ranch fielen dem Frost zum Opfer, berichten verschiedene Quellen. Erstaunlicherweise hätten nur die gelockten Pferde die Katastrophe überlebt.

Nicht zuletzt das überzeugte auch die Nachbarn der Dameles. Sie kreuzten ihre Pferde dann mit Curlys.

Inzwischen gibt es Züchtervereinigungen in mehreren Staaten - auch in Deutschland und den Niederlanden. Und weil es immer mehr Menschen mit Allergien gibt, wird die Rasse bestimmt bald bekannter sein und von noch mehr Menschen geritten werden.

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