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Jahresrückblick Aus aller Welt

Die Nation ist entsetzt

Andreas Fier

Zahlreiche Fälle von vernachlässigten, missbrauchten und ermordeten Kindern rütteln die Nation auf. Für Aufsehen sorgt im Februar die Entführung und Ermordung des neun Jahre alten Mitja aus Leipzig. Mit Hilfe von Zeugenaussagen kommt die Polizei dem 43 Jahre alte Uwe Kolbig auf die Spur, er wird zu lebenslanger Haft verurteilt.

Mitja sollte mit der Straßenbahn zwei Stationen von der Ferienbetreuung bis nach Hause fahren. In der Bahn trifft er auf Kolbig, eine Überwachungskamera filmt den kleinen Jungen und seinen Peiniger. Die Bilder sind der entscheidende Tipp bei der Fahndung. Kolbig befindet sich tagelang auf der Flucht und versucht, sich mit dem Sprung vor eine Straßenbahn das Leben zu nehmen.

Ein unvorstellbar herzloser Vorfall lässt die Menschen in Hamburg den Atem anhalten. Ein neugeborenes Mädchen wird im März lebend aus dem 10. Stock eines Hochhauses geworfen. Die 27-jährige Mutter beschuldigt zunächst den 23 Jahre alten Vater, gesteht die Tat aber später. In Berlin sorgen mehrere Fälle von vernachlässigten Kindern für Aufsehen. Unter anderem hatte eine Kindergärtnerin ihre acht, neun, elf und zwölf Jahre alten Kinder zehn Monate allein in einer Wohnung ihrem Schicksal überlassen. Erst als sich der Älteste dem Jugendamt anvertraut, fliegt alles auf.

Nach dem Tod des nur drei Monaten alten André aus Iserlohn entbrennt im Sommer eine Debatte um staatliche Kontrollen bei Familien mit kleinen Kindern. André war an Unterernährung gestorben. Der Tod von fünf Jungen im schleswig-holsteinischen Darry facht die Debatte im Dezember erneut an.

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