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IVZ-Lokalfenster - Tecklenburger Land

Die neueste Maschine ist zum Patent angemeldet

Hopsten. Wer kann schon etwas mit Begriffen wie Standbodenbeutelmaschine oder Seitenfaltenbeutelmaschine anfangen? Und dabei gibt es wohl kaum jemanden, der Produkte dieser Maschine nicht in seinem Haushalt stehen hat...

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Hopsten. Wer kann schon etwas mit Begriffen wie Standbodenbeutelmaschine oder Seitenfaltenbeutelmaschine anfangen? Und dabei gibt es wohl kaum jemanden, der Produkte dieser Maschine nicht in seinem Haushalt stehen hat. Niveaseife im Nachfüllpack, flüssiges Waschmittel im Beutel oder Tierfutter, dessen Verpackung man mittlerweile sogar wieder verschließen kann. Primärverpackungen nennt man solche Beutel, die ein Produkt beinhalten und den Markt rasant erobern. Weil sie feuchtigkeitsresistenter als Papiersäcke oder günstiger als PET-Flaschen sind. Und auf Grund dieser Qualitäten auch zur Erfolgsgeschichte von B&B MAF in Hopsten beigetragen haben. Denn die Firma stellt die Maschinen, die solche Beutel millionenfach produzieren, her.

Mittlerweile finden 120 Menschen bei B&B MAF Arbeit, der angepeilte Umsatz für 2008 soll rund 25 Millionen Euro betragen, berichten Geschäftsführer Jost Bäumer , sein Sohn und Mitgesellschafter Jörn-Peter Bäumer und Vertriebsleiter Klaus-Ulrich Werremeier. Neben den verschiedenen Beutelmaschinen produziert B&B MAF auch sogenannte Endverpackungsmaschinen für Sammelgebinde, Umverpackungen, Transportverpackungen – in Folie, Karton oder Papier.

Das Hauptgeschäft zurzeit – etwa 70 Prozent – macht B&B MAF aber mit Maschinen zur Herstellung von Verpackungen für die Haustierfutterindustrie. Tendenz steigend. Immerhin werden in dieser Branche in Europa jährlich elf Milliarden Euro umgesetzt. „Früher war das Futter in Papiersäcken verpackt. Das musste man oft umfüllen, weil es feucht wurde oder der Beutel angerissen war“, so Werremeier. Dann kam die Folie und mit ihr der Beutel.

Ihre neueste Errungenschaft präsentieren die Hopstener gerade auf der „Interpack“, der größten Verpackungsmesse der Welt in Düsseldorf, die alle drei Jahre ist. Dort ist B&B MAF mit drei Maschinen vertreten. Auf eine von ihnen hat die Hopstener Firma sogar ein Patent angemeldet. Denn diese ermöglicht es ihren Kunden, in bereits gefertigte Beutel nachträglich einen Reißverschlusssystem – einen sogenannten Slider – - einzusetzen. „Da liegt unsere Zukunft“, erläutert Klaus-Ulrich Werremeier. „Da sind wir Marktführer.“

Denn das nachträgliche Einsetzen der Reißverschlüsse war viel zu teuer – bislang gab es keine Möglichkeit des nachträglichen Einsetzens eines Wiederverschlussmechanismus in vorgefertigte Beutel. Das ist jetzt anders. „Damit wollen wir die Kunden gewinnen, die die Beutel auf anderen Maschinen herstellen.“

Schon jetzt gibt es verschiedene Möglichkeiten, Beutel zu verschließen, beispielsweise mit dem Zipper – das ist der Druckverschluss – oder dem Slider, dem Reißverschluss. Bis jetzt konnte dieser nur bei laufender Produktion in ganz bestimmte Beutel eingeschränkt eingebracht werden. Jetzt – und das ist das neue – kann er nachträglich in jede Größe von Beuteln eingebracht werden.

Was sich so einfach anhört, ist eine schwierige Materie. Selbst die Erstellung der Beutel sei eine Wissenschaft, sagt Jost Bäumer. Immerhin 30 Leute – soviel zählt die Konstruktionsabteilung bei B&B MAF – arbeiten daran, ständig auf der Suche nach neuen Innovationen. „Unsere Konkurrenten sind noch nicht so weit“, erzählt Werremeier. Und die Zusammenarbeit mit dem Kunden – das sei A und O ihrer Arbeit. Deswegen sei die Konstruktionsabteilung auch so groß. „Der Endnutzer und seine Wünsche – das ist für uns wichtig.“ Denn die Verpackung, weiß der Experte, „macht 90 Prozent des Verkaufserfolges aus.“

Der Beutel muss schließlich zum Inhalt passen, mal ist das Seife, mal Toilettenreiniger und natürlich Tierfutter. Es gebe mittlerweile aber sogar Hersteller, die ihre Suppen in Beuteln anböten.

Die Hopstener wollen allerdings weiter ihr Augenmerk auf die Tierfutter-Verpackung richten. „Unsere Kunden stellen die Verpackungen für alle größeren und kleineren Tier-futter-Hersteller her“, erläutert Geschäftsführer Jost Bäumer. Daher gebe es bei B&B MAF auch keine Massenproduktion. „Die Maschinen sind alles Einzelanfertigungen.“ 25 bis 30 Anlagen werden pro Jahr produziert – eine kleine Maschine kostet 100 000 Euro, die großen bis zu 2,5 Millionen Euro. Die Produktionsstrecke ist rund 30 bis 40 Meter lang – für den Verschluss kommen nochmal 19 Meter hinzu.

|Am Samstag 17. Mai, lädt die Firma B&B MAF alle Interessierten zum ersten Mal zu einem Tag der offenen Tür von 10 bis 16 Uhr ein. Dann werden Produktionsabläufe gezeigt und Maschinen präsentiert. Dann soll auch die neue Halle an der Kupferstraße fertig sein. Auch fürs leibliche Wohl sei gesorgt.

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