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Die Pforte ohne Wiederkehr

Die Sklavenfestung von Cape Coast in Ghana in Afrika thront auf einer Klippe über dem Meer. Sie erstrahlt so weiß. Und hat doch eine finstere Geschichte. Früher mussten Tausende afrikanische Männer und Frauen dort oft wochenlang oder monatelang in...

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Die Sklavenfestung von Cape Coast in Ghana in Afrika thront auf einer Klippe über dem Meer. Sie erstrahlt so weiß. Und hat doch eine finstere Geschichte. Früher mussten Tausende afrikanische Männer und Frauen dort oft wochenlang oder monatelang in Kerkern ausharren, bis sie von Sklavenhändlern nach Amerika verschifft wurden. Am Samstag besuchte der Präsident der USA, Ba­rack Obama, die Festung.

Das war ein bewegender Moment. Denn einige Vorfahren von Obamas Frau Michelle waren selbst Sklaven. Und heute geht es ihren Töchtern Sasha und Malia so viel besser als vielen Kindern damals. Barack Obama sagte, er werde nie den Anblick seiner Töchter vergessen, wie sie an der „Pforte ohne Wiederkehr“ standen. Von diesem Ort sahen viele Sklaven ihre Heimat zum letzten Mal, bevor sie endgültig auf ein Schiff nach Amerika gebracht wurden. Der Sklavenhandel in Cape Coast wurde im Jahr 1833 beendet. Heute ist die alte Festung ein Ort der Erinnerung und gehört zum Weltkulturerbe.

Tausende Menschen jubelten Obama und seiner Familie vom Straßenrand zu. Es war das erste Mal, dass Obama als amerikanischer Präsident nach Afrika reiste. Seine Geschichte macht auf dem Kontinent vielen Menschen Mut: Obamas Vater stammt nämlich aus Kenia in Ostafrika.

Bei seinem Besuch sagte Barack Obama aber auch, dass sich in Afrika noch vieles ändern müsse. Viele Staatschefs beuteten ihr Volk aus. Oft seien Polizisten nicht fair, sondern ließen sich bestechen. Außerdem herrsche in einigen Ländern noch immer Krieg, in dem manchmal auch Kinder mitkämpfen müssen.

Diese schlimmen Dinge könnten am besten die Menschen in Afrika selbst ändern, sagte Obama. „Die Zukunft Afrikas liegt bei den Afrikanern.“

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