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Flussgeflüster

Die Regionale 2016 widmet sich intensiv dem Thema Wasser und hat damit einen ersten Schwerpunkt gefunden

Velen

In Flüssen und Kanälen, in Bächen, ja, selbst in Rinnsalen schwimmt immer auch etwas Zauberhaftes mit. Fast schon majestätisch erhaben strömen die großen, mitunter munter plätschern die kleinen.Und alle verfügen sie über diese magische Anziehungskraft. DemWunderwerk Wasser will sich auch die Regionale 2016 mit seinem Projekt „Flusslandschaften“ widmen. Berkel, Stever, Vechte, Isselund Aa, sie alledurchströmen,durchqueren, zerschneiden und bestimmen den Regionale-Raum im Westmünsterland.„Die Flüsse“, sagtRegionale-Chefin Uta Schneider„haben das Zeug, ein zentrales Regionale-Thema zu werden.“

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Und das ist nicht einfach zu bespielen. Was sprichwörtlich in der Natur der Sache liegt und daran, was aus ihr gemacht wurde. Fest steht: Den natürlichen Bach, den Fluss, der sich noch immer selbst seinen Weg suchen darf, gibt es auch im Münsterland kaum noch. Die Gewässer wurden gerade gezogen oder in fremde Betten gezwungen. Mancher Bach ist dabei derart schnurstracks geraten, dass man meinen könnte, selbst die Fische schwimmen darin in Reih und Glied. Trotzdem gilt: Flüsse faszinieren. Mehr als zehn Regionale-Projektskizzen widmen sich ihnen. Sie reichen von der Wasser-Burgen-Welt in Lüdinghausen, über die Idee, die Berkel in Coesfeld aus ihrer Rinne zu befreien bis zur Neugestaltung der Bocholter Aa.

Moderieren, kommunizieren, anregen, auch konstruktiv streiten, immer im Dienste der Sache, das sei natürlich ihre Aufgabe, sagen sie bei der Regionale. Und haben mit Blick auf das womöglich erste Kernthema in den vergangenen Wochen und Monaten zuerst Flussreisen und dann Flusskonferenzen abgehalten. Immer in kleinen Gruppen, immer bezogen auf die Wasserwege in der Region, immer unter Beteiligung von Betroffenen: Anwohnern, Behördenvertretern, Kommunalpolitikern, Umweltschützern, Landwirten.

Und siehe da, selbst die, die sich ansonsten beim Thema Wasser eher Nase an Nase gegenüberstanden, konnten sich mit einem Mal gut riechen. So wie Landwirte und Umweltschützer oder Sportler und Kommunalvertreter. „Es hat sich herausgestellt, dass alle Parteien bei konkreten Gewässern letztlich oftmals die gleichen Interessen haben“, sagt Schneider.

Wasser interessiert jeden, Wasser geht auch jeden an, und: Wer genau hinsieht, findet in seiner Nachbarschaft immer auch zumindest irgendein Bächlein. Ergo ist Wasser auch im Westmünsterland, wo sich die Flüsse und Bäche zusammengenommen auf Hunderten Kilometern durch die Gegend schlängeln, ein willkommenes Thema. Das darum 2012 vertieft werden wird. Nach den Flussreisen und den Flusskonferenzen veranstaltet das Regionale-Team etwas, das charmant-burschikos „Pläne schmieden“ heißt. Was könnte wo gemacht werden? – darum soll es dann gehen. Grundlagen sind die Visionen und Möglichkeiten, die bei der Bereisung und dem Drüber-Reden erkannt und benannt worden sind.

Vom künftig wieder wilden Fluss bis zum nach wie vor widernatürlich verrohrten Bach: Vieles ist veränderbar, manches muss bleiben. Wichtig, womöglich wichtiger aber ist die Auseinandersetzung mit dem Thema, konstruktiv, widerstreitend, offen, kreativ. „Es gibt auch ein Leben nach 2016“, sagt Uta Schneider. Die Regionale könne nur anregen, anstoßen, Projekte auf den Weg bringen, was meint: Hier mal einen Fluss wieder abschnittweise mäandern lassen, da ein Stück Bach renaturieren.

Als Konzept sollen die „Flusslandschaften“ motivieren, mobilisieren, auch sensibilisieren. Für die Flüsse, Bäche und Rinnsale, von denen es in der Region viele gibt. Und de­nen allen auch etwas Be­zauberndes innewohnt.

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