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Filmrezensionen

„Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“: Öde Höhlen-Hatz

Gian-Philip Andreas

Wer sich dem Abenteuer aber ohne 3-D-Brille in der üblichen Zweidimensionalität aussetzen muss, könnte bald die Flucht ergreifen: Denn was in 3-D noch als abendfüllende Simulation eines Vergnügungspark-Ausflugs ein reizvolles Spektakel abgeben mag, taugt als herkömmlicher Film gar nichts mehr.

Da muss nämlich Brendan Fraser mal wieder seine im Fantasyfilm-Mittelmaß von „Mumie“ bis „Tintenherz“ zur Genüge etablierte Figur eines ebenso trotteligen wie muskulös-beherzten Forschers aufwärmen und dem Verne-Schmöker auf der Meta-Ebene hinterherhetzen. Brevigs Neuauflage ist schließlich keine Romanverfilmung, sondern eine Neuinterpretation in der Gegenwart: Vernes Buch gibt als mysteriös vollgekritzeltes Exemplar lediglich die Richtung vor.

Mit dem pubertierenden Neffen (Josh Hutcherson) und der Tochter eines isländischen Forschers (Anita Briem, „Tudors“) landet er bald in jener Höhle, aus der nur erdmittelpunktwärts zu entkommen ist: Die bekannten Hindernisse (fliegende Piranhas und fressende Pflanzen, Dinos, Pilzwälder, das unterirdische Meer) werden nun episodisch als Action-Attraktionen abgehakt, wobei Brevig fröhlich bei Indiana Jones klaut. Das Ende darf man dann wohlgemut lachhaft nennen. Kurzum: überflüssig.

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