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Die Schlechten ins Kröpfchen

Alexander Heflik

Münster. Wenn am kommenden Montag um 10 Uhr der Trainingsauftakt beim SC Preußen Münster ansteht, dann werden – aller Voraussicht nach – die angekündigten gravierenden Einschnitte im Aufgebot noch nicht zu sehen sein. Drei Torhüter und 24 Feldspieler dürften sich tummeln, wenn Trainer Roger Schmidt die erste Ansprache hält. Kurz und prägnant, wie er sagt. Denn: „Nach zehn Minuten hört sowieso keiner mehr zu.“

Zehn Minuten werden nicht reichen, wenn Teammanager Carsten Gockel auf den Kern der Sache zusteuert. Es steht ein Gesprächsmarathon mit Akteuren und vermutlich auch deren Beratern an. Aber spätestens in der Endphase der Winterpräparation, also ab Anfang Februar, wird der Bestand im Preußenlager auf 22 oder 23 Spieler, dabei sind die Torleute bereits eingerechnet, ausgedünnt sein. Und während sich Carsten Gockel dreht und windet, weil er sich numerisch nicht auf Vertragsauflösungen und schon gar nicht auf Namensnennungen einlassen will, sitzt möglicherweise irgendwo ein Preußen-affiner Grundschüler und rechnet die Differenz aus. Wenn man jetzt schon 27 Aktive hat, werden mindestens vier, eher fünf, möglicherweise sogar sechs Spieler – das im Falle von einem weiteren Zugang – aussortiert. Und dieser Tage, in der zweiten Transferperiode bis zum 31. Januar, gibt es die Möglichkeit zum Vereinswechsel.

Zum dritten Mal in seiner nun zweieinhalb-jährigen Tätigkeit als Sportchef des Regionalligisten muss Gockel das delikate Geschäft von Verpflichtung und Trennung betreiben. Nach dem Abstieg in die Oberliga wurden in der Winterpause 2006/07 Grover Gibson (Kickers Emden), Björn Mehnert und Marco Antwerpen zu den Preußen geholt, keiner aus dem Kader musste gehen. Der erhoffte Qualitätssprung fand nicht statt, die Meisterschaft wurde deutlich verpasst.

In der vergangenen Winterpause herrschte Ausnahmezustand beim SCP, es gab unter dem Trainer Roger Schmidt keine einzige personelle Veränderung. Eine Rarität.

Und nun? Fußball im Profibereich, und hier bewegt sich nun einmal der SC Preußen, ist in der Regel mit Kommen und Gehen verbunden. Und die sportliche Leitung hat die Akteure auf dem Kieker, die in der Hinrunde offenbar nicht mehr Schritt hielten, sich nicht mehr weiterentwickelt haben, denen die Perspektive für einen potenziellen Aufstiegskandidaten zur dritten Liga fehlen. Ivica Ivicevic, Rafael Maccauro, Selcuk Dede (alle Vertrag bis 2010) sowie Simon Talarek und Kurtulus Öztürk, deren Verträge nach der Saison enden, passen in das Schema, zuletzt hatten sie kaum noch Spielanteile, waren zum Teil nur noch Tribünengäste. „Ja, die Spieler wissen Bescheid. Wir werden mit ihnen versuchen, Lösungen zu finden“, sagt Gockel, und bestätigt die Namen nicht.

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