1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Die Stadt verändert sich

  6. >

Lokales

Die Stadt verändert sich

Martin Kalitschke

Münster. Auch wenn die Bevölkerungsprognose für die kommenden Jahre alles andere als beunruhigend ausfällt – Münster steht vor einem tief greifenden demografischen Wandel. „Es wird Turbulenzen geben“, heißt es in einem von der Verwaltung erarbeiteten Handlungskonzept, das den Wandel als Chance – und nicht als Gefahr – begreift. „Ein Maßanzug für die Grundprobleme der Zukunft“, so Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann.

Eines der Hauptprobleme: Die Zahl der Kinder unter drei Jahren wird bis 2015 um zehn Prozent, die der Kinder zwischen sechs und zehn sogar um 14 Prozent zurückgehen. Gleichzeitig erhöht sich der Anteil der Bürger über 70 um 17,1 Prozent. Nach 2015 wird zudem die Gesamtbevölkerungszahl zurückgehen – vor allem im Stadtbezirk Mitte.

„Die Gespenster stehen bereits an der nächsten Ecke“, warnt Tillmann. Das Konzept, das am 18. Juni in den Rat eingebracht wird, soll dafür sorgen, dass die Konsequenzen nicht allzu gruselig ausfallen. Mit dem Profil „Wissenschaft und Lebensart“ sollen Zuzüge stabilisiert und Studierende – auch nach dem Examen – an die Stadt gebunden werden. Münsters Attraktivität als Wohn- und Wirtschaftsstandort soll gefestigt werden. Zudem will die Stadt Familien mit Kindern in der Stadt halten und so einem „Megatrend“ (Tillmann) Einhalt gebieten. Aktuell nämlich zieht es diese Bevölkerungsgruppe stark ins Umland – mit der Folge, „dass Münster seine demografischen Probleme nicht aus sich selbst heraus lösen kann“, wie der OB betont. Im Klartext: Die Stadt ist auf Zuzüge angewiesen, die es jedoch nur dann geben wird, wenn sie attraktiv bleibt – als Studienort, als Arbeitsplatz, als Ort zum Leben.

Gemeinsam mit den Bürgern in der Stadt – und besonders in den Stadtteilen, in denen die Veränderungen am deutlichsten zu spüren sein werden – sollen auf Basis des Konzeptes die Auswirkungen des Wandels aktiv gestaltet werden. Ein Prozess, wie es in dem Dokument heißt, bei dem es um nicht mehr und nicht weniger geht als Münsters Zukunft.

Startseite