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IVZ-Lokalfenster - Tecklenburger Land

Die Suche nach der blauen Stunde

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Ibbenbüren. Die Fotos wandern durch die Hände: Die Selliner Seebrücke auf Rügen, das Kaufhaus Harrods in London, verschiedene Aufnahmen der Ibbenbürener Zeche. Alle sind in ein mehr oder weniger tiefes Blau getaucht. Und je mehr Blau zu sehen ist, desto größer fällt das Lob aus.

Denn das war das Thema des Monats, das sich der „Fotoclub-IBB“ gestellt hatte. „Blaue Stunde“ hieß die Aufgabe – die kurze Zeit zwischen Sonnenuntergang und Dunkelheit, die den Himmel in tiefes Blau taucht. Nun sitzen vier der sieben Mitglieder im Gasthof Kunze in Ibbenbüren und begutachten ihre Werke.

Vor zwei Jahren gab es diese monatlichen Treffen der Hobby-Fotografen noch nicht. „Wir waren vorher ein Volkshochschulkursus“, erinnert sich Bernhard Rietmann. Auf einem Nachtreffen im Frühjahr 2006 entstand die Idee, sich weiterhin zu treffen – die Geburtsstunde eines weiteren Fotoclubs in der Stadt.

Neben gemeinsamen Unternehmungen oder Ausflügen, steht das Monatsthema im Vordergrund. Um Hände ging es bereits, Fenster, Architektur oder den Herbst. Die Ergebnisse werden während der monatlichen Treffen besprochen. Und dabei wird durchaus genau darauf geachtet, dass niemand sich zu weit vom Thema entfernt hat. Doch niemand aus dem Fotoclub fotografiert einfach drauflos.

Trotz Themenvorgabe entstehen regelmäßig völlig unterschiedliche Fotos. Thomas Siebert zum Beispiel sucht sich immer möglichst klare Motive. Ob Porträt, Kerze der Landschaft: Siebert will das eigentliche Motiv betonen. „Es sollte nicht zu viel auf dem Foto drauf sein“, sagt er.

Für Bernhard Rietmann hingegen, der schon früher als Hobbyfotograf unterwegs war, beginnt der Spaß oft erst nach der Aufnahme. Denn es war die Bildbearbeitung am Computer, die ihn wieder zum Fotografieren zurückbrachte: „Das sind Möglichkeiten, die man früher gar nicht hatte.“

Bernadette Viefhues mag vor allem den Nahbereich. Gesichter, Natur bis hin zum einzelnen Grashalm sind ihre Lieblingsmotive: „So richtig nah dran, das finde ich gut.“

Lars Weßelmann schließlich ist der Einzige in der Runde, der analog fotografiert („Ich halte von diesem Digitalkram nicht das meiste“), während die anderen auf digitale Spiegelreflexkameras schwören. Er ist durch seinen Großvater zur Fotografie gekommen. Der hatte ein Fotoarchiv mit Bildern, die Ibbenbüren zu früheren Zeiten zeigen. Ähnlich ist auch Weßelmanns Motivwahl: Neben Natur und Gegenständen lichtet er auch gerne ganze Gebäude, Landschaften oder Plätze ab.

Ob im Fotoclub-IBB (www.fotoclub-ibb.de) nun digital oder analog fotografiert wird, ist vor allem Geschmackssache, sagt Bernhard Rietmann. Allerdings gibt es Digitalvorteile: „Ich kann sofort sehen, ob ich es im Kasten habe oder nicht“, sagt Bernadette Viefhues. Auch Grabenkämpfe um die richtige Ausrüstung sind eher selten. Niemand hat sich sündhaft teure Geräte angeschafft. „Ich meine, das reicht auch“, sagt Bernhard Rietmann. Und Thomas Siebert ergänzt: „Die Nuancen, die letzten zwei bis drei Prozent – ich weiß nicht, ob sich das dafür lohnt.“

Ähnlich harmonisch verläuft da auch die Suche nach dem besten Bild der blauen Stunde. Die Mitglieder vergleichen Farbtöne und Motive. Das Siegerbild nach gründlicher Besprechung ist eine Aufnahme der Zeche.

Sie könnte vielleicht sogar ein Kandidat für die Fotoausstellung sein, die aus dem Jahresthema „Unbekanntes Ibbenbüren“ entstehen soll. Wunschpartner für die Ausstellung ist der andere Fotoclub der Stadt – der Fotoclub Ibbenbüren.

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