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Die Talentschmiede

Michael Schulte

Münster. Die Steigerung von Spitzenreiter ist junger Vater. Am Sonntagabend war die Welt für Cihan Tasdelen komplett in Ordnung. Zuerst hatte seine Preußen-Reserve mit einem lockeren 4:0-Erfolg gegen Vorwärts Epe den fünften Sieg in Serie gelandet und damit die Tabellenführung in der Fußball-Landesliga übernommen, dann schenkte ihm Ehefrau Julia 3350 Gramm leichtes und 50 Zentimeter großes Glück: Cem Jamey. Der Stammhalter ist auf der Welt, Mutter und Vater schweben auf Wolke sieben.

Und sind natürlich nicht zu erreichen für solch profane Dinge wie Fußball. Zum Glück gibt es Co-Trainer Martin Hugel, der den positiven Trend bei der Preußen-Reserve nicht nur mitverfolgt, sondern auch mitverantwortet. „Wir haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass wir Meister werden wollen“, soll sich für Hugel die aktuelle Tabelle nicht als Momentaufnahme entpuppen. „Aber wir müssen nicht aufsteigen“, lastet kein übertriebener Druck auf Trainern und Team.

Als U 23 sind die Preußen in die Saison gegangen, am vergangenen Sonntag stand eine U 20 (Altersschnitt: 19,8 Jahre) auf dem Platz. „Wir haben schon eine verdammt junge Truppe“, sagt auch Hugel und sieht darin Vor- und Nachteile. Heiß und hungrig sind die Youngster, aber auch wenig erfahren. In dieser Spielzeit wurde dies den Preußen in den Spielen gegen Heiden und Telgte zum Nachteil, als man plötzlich hektisch wurde, sich verzettelte und wichtige Punkte liegen ließ. „Aber das war ein Lernprozess für die Mannschaft.“ Mit dem 4:1-Sieg über Dülmen Anfang Oktober platzte dann der Knoten bei Preußen 2 endgültig, vier weitere Siege stehen seitdem zu Buche.

„ Wir schöpfen endlich unser Potenzial aus“, sieht Hugel die Kennenlernphase als abgeschlossen an. Zahlreiche Neuzugänge galt es zu integrieren, dazu kommen immer mal Verstärkungen aus der Regionalliga-Mannschaft. Eine gute Mischung, dazu alle mit der richtigen Einstellung. Und am Rand des Platzes stehen Vorstand und Trainerstab der Ersten. Dieses Zeichen der Wertschätzung genießt das Team besonders. Und es motiviert. Vor allem die Ex-A-Junioren, die aus der Bundesliga kommen und im Herrenbereich angekommen sind. Sie sind die Zukunft des Vereins und feiern die Gegenwart: „Siege schmecken lecker.“

Rückschläge sind natürlich nie ausgeschlossen, aber umwerfen werden diese die Preußen-Zweite nicht. Da ist sich Hugel sicher. Bis Weihnachten haben die Preußen noch zwei Heimspiele und sind der Papierform nach gegen Gemen und Heiden auch favorisiert. „Wir wollen beide Spiele gewinnen und vorne bleiben.“ Dass Herten-Langenbochum (ein Spiel Rückstand) noch an den Preußen vorbeiziehen kann, ist Hugel bekannt.

Junge Spieler ausbilden, dazu gestandenen Regionalliga-Akteuren Spielpraxis vermitteln, das sind die Hauptaufgaben der Talentschmiede SCP 2. Das wissen die Trainer, und das nehmen sie wichtig. Sollte zudem nebenbei der Meistertitel in der Landesliga abfallen, wird der gerne mitgenommen. Ehrensache.

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