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„Die Tränen meiner Mutter“: Exilfamilie

Hans Gerhold

Die Militärjunta in Argentinien treibt in „Die Tränen meiner Mutter“ eine Familie in den 80er Jahren von Buenos Aires ins Exil nach West-Berlin, wo sie mit Freunden in der Künstler-WG in einer Fabriketage leben.

Sohn Alex (Adrian Goessel, später Fabian Busch), der als Ich-Erzähler auftritt, bekommt es mit skurrilen Gestalten zu tun und entwickelt auf merkwürdige Weise magische, genauer: telekinetische Fähigkeiten, die er auf verschiedene Weise mit positiven und negativen Folgen einsetzt.

Seine Eltern Carlos (Rafael Ferro), der vor Heimweh vergeht, und Lizzy (Erica Rivas), die Carlos vernachlässigt, weil sie unbedingt das Elend der Welt auf dokumentarische Art und Weise festhalten will, entfremden sich. Als Carlos mit der spanischen Mitbewohnerin Sik (Alice Dwyer, „Baby“) anbändelt, verhindert Carlos, dass die Affäre auffliegt, später wird sein Talent zur Last für die inzwischen zerrüttete Beziehung.

Der Erstlingsfilm von Alejandro Cardenas Amelio, in Ko-Produktion mit dem ZDF entstanden, vermischt Kindheitserinnerungen, Familiengeschichten und ironische Skizzen aus Berlin zu einem kleinen Mosaik, das der Macht der Fantasie und dem Zauber des Kinos huldigt. So versammelt sich die Kommune vor dem Projektor, um Murnaus „Nosferatu“ anzuschauen. Verspielt bis verträumt.

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