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Nabu-Serie

Die Wegwarte ist „Blume des Jahres“

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Beim Spaziergang oder einer Bahnfahrt zwischen Juli und Oktober fallen am Wegrand blauviolett schimmernde Blüten auf. Sie sind mit ihren drei bis fünf Zentimetern Durchmesser relativ groß und eindrucksvoll. Es handelt sich dabei um die Blume des Jahres 2009, die Wegwarte, auch Zichorie genannt. Die zwischen 30 und 150 Zentimeter große Staude ist ein Korbblütengewächs. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, überwiegend Bienen und Schwebfliegen.

Im Süden Deutschlands ist die blaue Wegwarte – vereinzelt kommen auch weiße Albinoblüten vor – noch recht häufig. In Niedersachsen und Hamburg steht sie allerdings schon auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Die Wegwarte wächst auf trockenen, nährstoffreichen Böden. Sie kann an diesen Standorten leben, weil sie eine tief reichende Pfahlwurzel hat, die ihr den Zugang zum Grundwasser ermöglicht.

Morgens ist die Blüte geöffnet, sie schließt sich bei starkem Sonnenschein schon mittags wieder. So werden das Vertrocknen der Blüte und ein zu großer Wasserverlust verhindert.

Im 18. Jahrhundert und im Zweiten Weltkrieg – als Kaffeebohnen knapp wurden – wurde die Pflanze als Kaffeeersatz verwendet. Dieser Zichorienkaffee wurde aus der gerösteten Wurzel hergestellt. Dabei werden die Kohlenhydrate der Wurzel karamellisiert. Auch heute werden noch Unterarten der Wegwarte kultiviert. Dabei wird Inulin (ähnlich Insulin) als Stärkeersatz für Diabetiker gewonnen oder Chicoree zu einem Salat mit leicht bitterem Geschmack gemacht.

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