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Die Zugspitze hat jetzt ein Loch

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Ein 45 Meter tiefes Loch haben Forscher durch den Gipfel des höchsten deutschen Berges gebohrt. Der steht in Bayern und heißt Zugspitze. Auf dem Berggipfel – in 3000 Metern Höhe – ist es immer bitter kalt. Deshalb bleibt der Boden dort auch im Sommer gefroren. Das nennt man Dauerfrostboden.

Doch unser Klima wird wärmer. Taut deswegen auch auf der Zugspitze der Boden auf? Und besteht die Gefahr, dass dann der Berg zu bröseln beginnt und einzelne Felsbrocken herabstürzen? Um das herauszufinden, haben Wissenschaftler das Loch gebohrt. „Der Durchstoß ist geglückt“, sagte ein Experte jetzt.

In dem Loch sollen Sensoren angebracht werden, die die Temperatur messen. Ein Computer soll 15 Jahre lang ein Mal pro Stunde die Daten abfragen. Mit den Ergebnissen wollen die Forscher mehr über den Klimawandel erfahren. Allerdings müssen sie auf die Resultate noch ein paar Jahre warten. Aber warten sind Klimaforscher ja gewohnt. Sie schauen sich die Temperatur immer über hundert oder tausend Jahre an.

An einigen Stellen ist die Erde jahrelang gefroren und taut nicht auf. In manchen Regionen friert sie immer. Man kann statt immer auch das Wort permanent sagen. Deswegen heißt der Dauerfrost in den Böden auch Permafrost. In Sibirien im Osten Russlands ist die gefrorene Schicht stellenweise mehrere Hundert Meter dick. Auch im Sommer tauen nur die obersten zwei Meter auf. In Deutschland gibt es nur wenig Permafrost. Lediglich einige Felsen hoher Berge sind davon betroffen, zum Beispiel auf der Zugspitze. (dpa)

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