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Dienstantritt für Assauer

Alexander Heflik

Münster. Noch ist nicht absehbar, ob der Spitzname auch in Münster Rudi bleibt. „In Paderborn hatte ich gleich am ersten Tag gleich den Spitzenamen Rudi“, erzählt Jerome Assauer. Unangenehm ist ihm die Anlehnung an den früheren Bundesliga-Profi und Ex-Manager von Schalke 04 nicht. Aber, und auch das stellt der gebürtige Kölner klar: „Verwandt oder verschwägert sind wird nicht. Während der „große Rudi“ immer noch als eine Art Berater in der Hemisphäre der Preußen herumschwirren soll, könnte der „junge Jerome“ den Adlerträgern beim Toreschießen behilflich sein.

Winterzugang Nummer eins trat jedenfalls gestern den Dienst an. „Vergiß die Jacke nicht“, bläute ihm Guerino Capretti gleich mal ein, als das erste und gleichzeitig letzte Hallentraining des SCP in dieser Saison im Volleydrom am Berg Fidel für beendet erklärt war. Regelkunde für Anfänger, der interne Strafenkatalog beim SCP soll es in sich haben, und man munkelt, dass Capretti solch direkte Hinweise nur zu Beginn mal einstreut. In der Folge wird direkt abkassiert, also nur nicht die Trainingsjacke oder irgendeine andere Kleinigkeit vergessen. Aufgepasst Rudi, oder Jerome, man wird sehen.

Trainer Roger Schmidt jedenfalls erwartet für seine Offensivabteilung einen Qualitätschub durch den 20 Jahre alten Angreifer. „Man sollte keine Wunderdinge erwarten, aber er hat ein gewisses Potenzial angedeutet.“ Bei Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln durchlief Assauer die erstklassigen Juniorenteams, in der Domstadt schoss er in zwei Saisons der A-Junioren-Bundesliga 28 Treffer. Der Wechsel zu Zweitligist SC Paderborn 2007 war der erste Lohn. Doch nach einigen Kurzeinsätzen im Bundesliga-Unterhaus erwischte es Assauer im Training. Bei einem Zweikampf zog er sich einen Wadenbeinbruch zu und musste ein halbes Jahr pausieren. Wenig später musste der Schlaks dann auch noch die Sommer-Vorbereitung komplett streichen.

In Paderborn zogen dann andere an ihm vorbei. Frank Löning (11 Tore), Sercan Güvenisik (8), Dominick Kumbela (6) und Jovan Damjanovic (4) heißen die Platzhirsche beim Drittliga-Spitzenreiter. „Der Wechsel nach Münster ist kein Schritt zurück, vielleicht schaffen wir noch den Aufstieg, dann wäre ich ja wieder in der dritten Liga“, sagt der 20-Jährige. Von den Ex-Preußen Güvenisik sowie Sven Krause, der in Paderborns Reserve in der Westfalenliga schon 13 Saisontore markiert hat, sammelte Assauer so gut es ging Informationen ein. Und Münster hatte schon im Frühherbst Interesse angemeldet. Zwar buhlte auch Eintracht Frankfurt Amateure um Assauer, doch in Münster sieht er größere Perspektiven. Vom Umfeld machte er sich bei den Heimspielen gegen Kleve (1:0) und Lotte (0:1) ein Bild. Sein Fazit: „Münster ist eine Superadresse.“ Die Nummer 33, die er im Übrigen auch bei seinem ersten Zweitliga-Einsatz beim SC Freiburg trug, erhält er auch in Münster. Mit einigen Toren will der 33er auf sich aufmerksam machen, und: „Ich hoffe auf eine gute Zeit.“

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