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Doppellösung nur bis Saisonende

Alexander Heflik

Münster. Eigentlich hat Detlev Dammeier bei Arminia Bielefeld alle wichtigen Posten im sportlichen Bereich bei Arminia Bielefeld in dieser Saison bereits inne gehabt. Trainer der Erstliga-Mannschaft, Coach der U-23-Reserve in der Oberliga, Sportdirektor, Auf jeden Fall wird der 39 Jahre alte Ex-Profi am Sonntag (Beginn 15 Uhr) als Trainer der Reserve beim Gastspiel gegen Preußen Münster am Rand stehen. Keine 24 Stunden zuvor möchte Dammeier – dieses Mal als Sportdirektor – mit einem Heimsieg der in der ersten Liga abstiegsgefährdeten Arminia über den Karlsruher SC die passende Einstimmung ins Sport-Wochenende finden.

„Vom Zeit-Management her ist es natürlich schwierig. Aber ich habe die Reserve in einer schwierigen Situation übernommen und werde sie nicht allein lassen“, erklärt Dammeier. Also gibt es die Doppellösung bis zum Saisonende, danach bleibt nur noch der Job als Sportchef. Zweifelsohne ist der Verbleib in Liga eins für die Arminia das über allem stehende Saisonziel. Aber auch das Verpassen der Qualifikation für die NRW-Liga, dafür muss mindestens Rang elf in der Oberliga erreicht werden, würden den Ex-Profi wurmen: „Das wäre ein harter Schlag für einen Bundesligisten, wenn der Unterbau nun nur noch fünftklassig wäre.“

Er weiß, wovon er spricht. Er kam auf 523 Profieinsätze für Hannover, Hamburg, Wolfsburg und Bielefeld. Mit den Ostwestfalen erlebte er den Auf- und Abstieg aus dem Bundesliga-Oberhaus. Auf der Alm, wie die heutige Schüco-Arena hieß, verabschiedete er sich auch vom aktiven Fußball. Und sein erster Einsatz als Fußballtrainer war gleich von Erfolg gekrönt. Es war der 23. Februar 2007, als Arminia Bielefeld 2 mit 2:1 den SC Preußen Münster bezwang und damit den Anfang vom Ende der Aufstiegsträume in Münster einläutete. „Mein erstes Spiel als Trainer und gleich in der Schüco-Arna, ich erinnere mich gut daran“, sagt Dammeier nach dem Triumph über den Aufstiegsaspiranten aus Münster.

Seitdem ist viel passiert. In Bielefeld griff man in der Not Ende des Jahres auf den beständigen Dammeier zurück. Er füllte im Dezember die Trainer-Vakanz zwischen Ernst Middendorp und Michael Frontzeck beim Bundesligateam aus. Und er führte die Reserve wieder in ruhigeres Fahrwasser. Der Oberligist holte immerhin elf Zähler aus sieben Spielen und darf noch auf die Qualifikation für die NRW-Liga hoffen. Aber, so Dammeier: „Wir haben zuletzt gegen Lippstadt überraschend verloren und sieben Punkte Rückstand auf Rang elf. Jetzt geht es für uns gegen Münster, Schalke und Herne, alles Topteams, und irgendwo müssen wir uns diese drei Punkte zurückholen.“ Ein Kampfansage für Sonntag, kein Frage.

Die enge Verdrahtung Dammeiers mit dem Erstliga-Kader lässt darauf schließen, dass der eine oder andere Akteur aus dem Bundesliga-Aufgebot am Sonntag in Münster zu sehen ist. So wie im Hinspiel, als Bielefeld sein vielleicht bestes Saisonspiel beim 2:2 gegen den SCP ablieferte. Dammeier erinnert sich auch hier gut: „Ja, ich war im Stadion, Bielefeld hätte gewinnen müssen.“

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