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Technischer Defekt am Badestraßen-Wehr

Drama in der Aa: Zehntausende Fische kämpfen ums Überleben

Martin Kalitschke

Münster - Das gigantische Naturschauspiel, von dem am Donnerstagmorgen nur ganz wenige Menschen etwas mitbekommen haben, war nur auf den ersten Blick schön anzusehen: Für mehrere Zehntausend Fische, die sich nach Sonnenaufgang zwischen dem Wehr an der Badestraße und dem Gymnasium Paulinum im Flussbett der Aa tummelten, ging es ums schlichte Überleben.

Lutz Hirschmann arbeitet seit 31 Jahren bei der Unteren Wasserbehörde - „doch so etwas habe ich noch nie gesehen“. Am frühen Morgen war die Aa „praktisch schwarz vor Fischen“, berichtet Paulinum-Hausmeister Stephen Langenbach, der von einigen Schülerinnen zur kaum noch Wasser führenden Aa gerufen worden war.

Fischkenner Langenbach stellte nicht nur fest, dass sich vor allem Brassen und Rotaugen im Wasser aufhielten - sondern auch, dass sie verzweifelt um den immer knapper werdenden Sauerstoff kämpften. Sofort alarmierte er die Untere Wasserbehörde, für die die Ursache für das Fischdrama schnell feststand.

„Ein technischer Defekt am Aa-Wehr an der Badestraße hatte zur Folge, dass aus dem Aasee kein Wasser mehr nachfließen konnte“, so Lutz Hirschmann. Nachdem ein Mitarbeiter des Tiefbauamtes die fehlerhafte Wehrklappe verschoben hatte, ergossen sich binnen Sekunden wahre Massen des lebensrettenden Wassers ins Flussbett der Aa. „Die Fische waren gerettet“, berichtet Hirschmann. Ein Massensterben konnte damit im letzten Augenblick verhindert werden. „Ich habe keinen einzigen toten Fisch entdeckt.“

Für Hirschmann hat sich mit dem Fischdrama bestätigt, dass der Bau der - lange Zeit umstrittenen - Fischtreppe an der Badestraße „unbedingt erforderlich“ ist: Sollte es erneut zu einem Wehr-Defekt kommen, dann könnten sich die Fische über eine solche Treppe aus eigener Kraft in Richtung Aasee retten. Baubeginn für das 300 000 Euro teure Öko-Projekt soll im zweiten Halbjahr 2011 sein.

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