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RW Ahlen Spielberichte 08/09

Dramatik pur am Millerntor

Franz Prinz

Hamburg. Es ist Domzeit in Hamburg und immer wenn am Heiligengeistfeld Kettenkarussell und Riesenrad die Kulisse für die Fans auf der Haupttribüne im Stadion am Millerntor bilden, verliert der FC St. Pauli nicht. „Das ist fast schon ein Gesetz“, waren die Fans auf den Rängen des auch am Freitag gegen Rot-Weiß Ahlen wieder ausverkauften Stadions davon überzeugt, dass diese Serie auch gegen Ahlen halten würde.

Dass sie hierfür aber eine Berg- und Talfahrt der Gefühle auf sich nehmen mussten, hatten die wenigsten erwartet. Erst die klare 2:0-Führung für Rot-Weiß nach zwei Treffern von Philipp Heithölter (14.) und Kevin Großkreutz (31.), kurz darauf ein Pauli-Doppelpack nach Ahlener Fehlern. Ebbers (34.) und Bruns (42.) treffen und die Partie ist zur Pause wieder offen.

Keine Tore mehr im zweiten Durchgang – auch, weil Manuel Lenz in großartiger Manier einen Elfmeter von Rouwen Hennings abwehrt (89.) und Grover Gibson eine Minute später auf der Linie rettet. Ein gerechtes Ergebnis einer aufregenden Partie, deren Schlussminuten Christian Wück auf der Tribüne beobachten musste. Dorthin hatte ihn Schiedsrichter Kempter beordert, weil Ahlens Chefcoach nach der Elfmeterentscheidung zu lautstark protestiert hatte.

„Wir sind offensiv ausgerichtet, wollen jedes Spiel gewinnen und werden dementsprechend intensiv loslegen“, lautete der Hauptsatz von Pauli-Trainer Holger Stanislawski auf dem Pflichtenzettel für seine Spieler. Hierbei machte er jedoch die Rechnung ohne seinen Kollegen Christian Wück. „Dagegen halten und schnell den Schneid abkaufen“, hatte dieser notiert. Seine Spieler schienen besser nachgelesen zu haben. Erst Philipp Heithölter (2.) per Freistoß, kurz darauf Lars Toborg (4.) und Kevin Großkreutz (8.), die beide freistehend scheiterten, versetzten den Platzherren den ersten Schock. Der nächste folgte durch Heithölters zweiten Versuch in der 14. Minute. Blitzsauber schlug der Ball nach einem seiner gefürchteten Freistöße im Winkel ein und Rot-Weiß lag 1:0 vorn.

So hatte es sich Christian Wück vorgestellt. Zwar reagierte St. Pauli mit wütenden Attacken, die Rot-Weißen standen jedoch gut und konnten immer wieder schnell kontern. Mit Erfolg. Fehlpass Trojan, Toborg schickt Großkreutz, der täuscht zweimal an und überwindet Hain. Klasse auch das Ahlener Spiel in der Folgezeit.

Nur Books Abspielfehler mit anschließendem Pauli- Konter war so nicht geplant und Manuel Lenz konnte nur abklatschen lassen – der Nachschuss sitzt jedoch zum etwas zu frühen Anschlusstreffer für die Kiez-Truppe (34.). Jetzt wackeln die Ahlener und haben Glück, dass Ebbers nur eine Minute später freistehend vorbeizieht. Den Ausgleich kassieren sie trotzdem noch vor der Pause, weil Manuel Lenz den Ball nach einem Freistoß von Ludwig falsch einschätzt, dieser vom Pfosten dem Torschützen Bruns direkt vor die Füße fällt.

Alles wieder offen in diesem packenden Zweitligaspiel, das zwar eine besonders motivierte Pauli-Elf direkt nach dem Wiederanpfiff sah, deren Bemühungen aber nach einer frühen Gelb-Roten Karte für Stürmer Marius Ebbers einen Dämpfer erleiden. Zwar spielt St. Pauli weiter nach vorne, aber nicht mehr so druckvoll. Die Ahlener kommen trotz erhöhter Fehlerquote wieder besser ins Spiel und haben Pech, dass Ronald Maul in der 78. Minute mit einem fulminanten Schuss aus 25 Metern an Hain scheitert. Glück indes, dass Lenz den Elfmeter pariert und Gibson auf der Linie rettet.

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