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Dreharbeiten zu Tom Tykwers "The International" beginnen

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Potsdam – In Potsdam-Babelsberg haben am Montag die deutschen Dreharbeiten zum neuen Spielfilm des Regisseurs Tom Tykwer („Das Parfum“) begonnen. Der deutsch-englische Action-Thriller „The International“ handelt von einem Interpol-Ermittler und einer USStaatsanwältin, die gegen eine weltweit operierende, korrupte Bank vorgehen, sagte Tykwer in Potsdam.

Die Hauptrollen spielen Clive Owen („Inside Man“) und Naomi Watts („King Kong“). Die deutschen Schauspieler werden angeführt von Armin Mueller-Stahl und Axel Milberg.Das Team hatte bereits eine Woche in Istanbul gedreht. In einem Jahr (11.9.2008) soll der Film in die deutschen Kinos kommen. Das Drehbuch stammt von Eric Warren Singer; Produzenten sind Charles Roven, Richard Suckle und Lloyd Phillipps, Koproduzenten die Siebente Babelsberg Film GmbH.

Der Engländer Clive Owen hat gerade die ersten Aufnahmen hinter sich und ist schon ramponiert. Nein, es sei nur eine geschminkte Narbe auf seiner Wange, wehrt er bei der Pressekonferenz ab. Und es ist nur ein Kleinigkeit, verglichen damit, was seiner Filmfigur bei der Jagd um die halbe Welt – nach Istanbul und Berlin noch Lyon, Luxemburg, Mailand und New York – sonst noch so zustößt. Der PolizeiAgent Louis Salinger verfolge die Verantwortlichen der Bank geradezu obsessiv, sagte der 42-Jährige und lobte das Drehbuch als brillant.

„Der Film ist vor allen Dingen ein Thriller“, bekannte der in Wuppertal geborene und heute in Berlin lebende Tykwer. Der Film habe auch einen politischen Hintergrund. „Es ist eher ein politischer Thriller, ein Genre, das heute fast ausgestorben ist.“ Er sieht sich darin in einer Tradition mit Filmen wie zum Beispiel „Marathon Man“.

Der in Ost-Berlin aufgewachsene Mueller-Stahl hat in Babelsberg Dutzende Filme gedreht, bevor er 1979 in den Westen ging. Er erkenne alles wieder, zugleich habe sich in den Babelsberger Filmstudios fast alles verändert, erzählte er. Er sei froh, mit Tom Tykwer drehen zu können; die Chemie stimme. Es mache ihn jedoch nachdenklich, dass er in letzter Zeit nur noch Rollen angeboten bekomme, in denen er sterbe, sagte der 76-Jährige. „Meinen Tod in diesem Film habe ich schon hinter mir.“

Rund zwei Drittel der 65 Drehtage fallen auf Potsdam und Berlin. In einer ehemaligen Lokomotiven-Fabrik (VEB Lokomotivbau Karl Marx) haben die Filmleute die weltberühmte Rotunde des Guggenheim-Museums in New York nachgebaut. Der Bau, nur wenige hundert Meter von den Filmstudios entfernt, sei ein absoluter Glücksfall, sagte Uli Hanisch, der schon in einigen Tykwer-Filmen für die Ausstattung zuständig war, zuletzt für das „Parfum“. Zunächst musste aber das verwahrloste Gebäude für rund 200 000 Euro überhaupt benutzbar gemacht werden. „Das echte Museum wurde in 16 Jahren gebaut, für den Nachbau hatten die Babelsberger 16 Wochen“, sagte Tykwer.

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