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Dressurreiten ist gar nicht leicht

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In Münster findet derzeit ein großes Turnier statt, bei dem gestern Abend auch eine stimmungsvolle Prüfung die Zuschauer in ihren Bann schlug: Eine Dressur bei Flutlicht. Aber wozu müssen Pferde eigentlich eine Dressur reiten? Was passiert da? Beim Springreiten sieht ja auch der Laie, was Reiter und Pferd im Sinn haben. Da stehen Hindernisse im Weg, über die beide zusammen fehlerfrei kommen müssen. Aber bei der Dressur, so denkt der eine oder die andere vielleicht, reiten Pferd und Reiter oder Reiterin ja immer nur hin und her – das ist gar nicht spannend . . .

Ganz falsch! Zugegeben, es ist für jemanden, der noch nie auf einem Pferderücken saß, wirklich schwer, die Feinheiten einer Dressur zu erkennen. Aber erstens müssen zum Teil richtig knifflige „Figuren“ geritten werden, zum Zweiten müssen die „Hilfen“, die der Reiter dem Pferd gibt, damit es die richtige „Lektion“ (Aufgabe) geht, möglichst unauffällig gegeben werden. Die Pferde kennen die Aufgaben ja gar nicht, der Reiter muss sie lenken. Je mehr also der Laie merkt, was der Reiter auf dem Pferderücken mit den Schenkeln oder den Sporen oder gar mit der Gerte macht, desto schlechter ist der Ritt eigentlich.

Für die Pferde ist Dressur übrigens keine Quälerei, sondern eine Art Gymnastik. Die Vierbeiner zeigen dabei, wie flüssig sie im Schritt gehen, wie schwungvoll ihr Trab sein kann und dass sie selbst im Galopp noch einen kleinen Kreis reiten können. Bei den erstklassigen Reitern auf dem Turnier in Münster kommen noch besondere Schwierigkeiten hinzu – zum Beispiel eine Wendung auf den Hinterbeinen im Galopp oder Traben auf der Stelle oder ganz schwungvoll seitlich. Wenn diese komplizierten Lektionen ganz einfach und selbstverständlich aussehen, dann war der Ritt richtig gut!

Dorle Neumann

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