1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Dülmen setzt aufs Pferd

  6. >

Homepage Thema 5

Dülmen setzt aufs Pferd

Elmar Ries

Münsterland - Studieren in Dülmen? Das ist keine spinnerte Idee mehr; Bürgermeisterin Lisa Stremlau goss das Vorhaben am Donnerstag in ihrer Haushaltsrede vor dem Rat in konkretere Formen. Die Stadt, so der Plan, möchte gemeinsam mit der Fachhochschule Gelsenkirchen und deren niederländischem Pendant Van Hall Larenstein in Wage­ningen ab 2011 einen du­alen Studiengang „Pferdewirtschaft“ etablieren.

Das Vorhaben in Dülmen ist Ausfluss einer FH-Initiative des Landes. Knapp zwei Jahre ist es her, da bescherte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers dem Land angesichts steigender Studierendenzahlen drei neue Fachhochschulen. Und garnierte das Geschenk mit ei­ner als Appell gehaltenen Ansage, die bestehenden Einrichtungen mögen in die Fläche gehen und zudem mehr Studi­enplätze anbieten. Die Verteilung erfolgt über einen Wettbewerb.

Mit einem Plus von 310 Plätzen ging die Fachhochschule Münster aus dem Rennen. Um 90 wurde der Bestand in Münster aufgestockt, 110 kommen in der Außenstelle Steinfurt hinzu, mit 110 geht der neu geschaffene Studienort Ahlen/Beckum/Oelde an den Start.

Quasi aus dem Stand und mit eigenem Personal nahm die FH Ende vergangenen Jahres den Lehrbetrieb am Berufskolleg in Beckum auf. Die vier neuen Professuren, die das Land dort zu finanzieren versprochen hat, sind bislang noch nicht besetzt. „Das Verfahren ist so kompliziert wie langwierig“, erklärt FH-Sprecher Christoph Hachtkemper. Darum sei derzeit nicht sicher, dass die Berufungen noch in diesem Jahr erfolgen können.

Aus eigener Initiative und in Kooperation mit der Stadt Coesfeld, die vor zwei Jahren bei dem Vergabeverfahren leer ausgegangen war, wird die FH dort ein Angebot eta­­blieren, das sich zun­gen­breche­risch „Kompetenzzentrum für Geschäftsprozessmanagement“ schimpft. Dahinter verbirgt sich das weite Feld der Logistik und die Steuerung von Dienstleistungsprozessen. In Coesfeld wird zwar niemand direkt studieren können - gelernt und gelehrt wird in Münster; die FH richtet in der Stadt jedoch eine Kontaktstelle ein.

Mit der Stadt Dülmen standen die Münsteraner übrigens auch lange im Gespräch. Angedacht war, dort in Kooperation mit der IHK einen dualen BWL-Studiengang anzubieten. Das ist nun ad acta gelegt. „In Pferde machen wir einfach nicht“, kommentierte Hachtkemper die Einlassung von Lisa Stremlau, der Bürgermeisterin. Sollte der Studiengang „Pferdewirtschaft“ wahr werden, hätte die FH Gelsenkirchen drei Standbeine in der Region, unterhält sie doch schon einen Studi­enort in Bocholt und seit vergangenem Jahr auch in Ahaus.

Startseite