1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Durchgebissen

  6. >

Tecklenburger Land

Durchgebissen

Von Henning Meyer Ibbenbüren. Existenz gesichert! Die Handballer der ISV spielen auch in der kommenden Saison in der Regionalliga. Die Mannschaft von Trainer Holger Krimphove sicherte sich am Samstagabend in einem packenden Spiel durch ein 34:29 über...

wn

Von Henning Meyer

Ibbenbüren. Existenz gesichert! Die Handballer der ISV spielen auch in der kommenden Saison in der Regionalliga. Die Mannschaft von Trainer Holger Krimphove sicherte sich am Samstagabend in einem packenden Spiel durch ein 34:29 über GWD Minden 2 definitiv den Klassenerhalt. Zwei Spieltage vor dem Ende hat die ISV nun vier Punkte Vorsprung auf den Viertletzten Schalksmühle und zudem den Vorteil der besseren Ausbeute im direkten Vergleich. Wie wichtig dieser Sieg war zeigt der Umstand, dass es nun definitiv vier Absteiger aus der Liga geben wird, denn am Samstag stiegen sowohl der TuS Spenge als auch der TV Korschenbroich aus der 2. Liga ab.

Doch von alledem wussten die gut 300 Zuschauer in der Halle Ost noch nichts, als sie nach dem Abpfiff lauthals „Birne, Birne“ skandierten. Sie zollten damit der Leistung von ISV-Keeper Kai Bierbaum Tribut, der mit 27 Paraden den Sieg fast alleine festhielt, und dem Holger Krimphove nach der Partie eine „überragende Leistung und überragende Saison“ attestierte. Danach wurde erst einmal kräftig gezittert, weil die Ergebnisse der Konkurrenz zunächst wenig Anlass zu Hoffnung boten. Erst als ISV-Handball-Abteilungsleiter Leopold Klaus während der Pressekonferenz mit der Kunde der Schalksmühler Niederlage ins Foyer der Halle Ost kam, wich die Skepsis akuter Feierlaune: Klassenerhalt geschafft!

„Freuen kann ich mich erst in ein, zwei Tagen“, sagte ein sichtlich geschaffter Holger Krimphove mit einer halben Stunde Abstand zum Geschehen. Zufrieden durfte er dennoch sein, und das nicht nur wegen des Klassenerhalts. Mit einer vor allem kämpferisch starken Leistung verdiente sich die ISV die zwei Punkte gegen Minden 2 redlich; durchgebissen beschreibt es wahrscheinlich am besten. „Ein ruhiger Abend sieht anders aus, aber den hatte ich auch nicht erwartet“, so Krimphove. „Wir haben aber eine Top-Angriffsmannschaft unter 30 Toren gehalten.“

Im ersten Spielviertel war die Partie weitgehend ausgeglichen, mit leichten Vorteilen für die Gäste, weil die ISV im Angriff zu wenig Konzentration zeigte. „Minden spielt einen 3-2-1-Deckung, die spielt in der Liga sonst keine Mannschaft“, begründete Krimphove – 5:8 hieß es aus ISV-Sicht nach gut zehn Minuten. Dann hatten sich die Gastgeber auf die Grün-Weißen eingestellt. Fünf Treffer in Folge brachten die Ibbenbürener selbst mit zwei Toren in Führung, eine Führung, die sie fortan nicht mehr abgaben. Mit einem 15:12 ging es in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel bauten die Gastgeber ihren Vorsprung bis auf sechs Tore aus. „Phasenweise haben wir im Angriff sehr diszipliniert gespielt“, so Holger Krimphove. Dass es zwischenzeitlich doch noch einmal eng wurde, lag an den anderen Phasen und daran, dass sich die ISV mit unnötigen Zeitstrafen immer wieder selbst schwächte. Doch gerade in diesen Phasen waren es Dennis Richter, Kim Pansing und Viktor Fütterer, die mit viel Übersicht dafür sorgten, dass Minden zwar in Blickweite kam, aber niemals überholte.

Und eben „Birne“ Bierbaum, der in der Schlussphase gleich serienweise freie Bälle gegen seinen Heimatclub entschärfte. „Durch Minden brauche ich heute nicht mehr zu fahren“, sagte Bierbaum nach den 60 Minuten. So richtig Freude kam bei ihm aber auch erst auf, als das Ergebnis aus Schalksmühle bis zu ihm durchdrang. „Jetzt ist unser Sieg auch richtig was wert“, sprach Kai Bierbaum und grinste bis über beide Ohren.

Spielfilm: 0:1, 1:1, 1:2, 2:2, 2:3, 3:3, 3:4, 4:4, 4:7, 5:7, 5:8, 10:8, 10:9, 13:9, 13:10, 14:10, 14:11, 14.12, 15:12 (Halbzeit); 17:12, 17:15, 18:15, 18:16, 19:16, 21:16, 21:18, 23:18, 23:19, 24:19, 24:20, 26:20, 26:21, 27:21, 27.22, 29:22, 29:26, 30:26, 30:27, 31:27, 31:29, 34:29 (Endstand).

Ibbenbürener SV: Bierbaum (27 Paraden), Paulsen (n. e.); Richter (5), Wunsch (9/3), J. Wiesmann, Pansing (7/2), D. Wiesmann (6), Fütterer (6), Hüsener (n. e.); Dreiszis (1), Stöcker.

GWD Minden 2: Dresruesse (10 Paraden), Vieker (2 Paraden); Morasch, Göller (2), Helmdach (5/1), Lommel, Kenschner (2), Kunisch (5), Bagats (3), Dittrich (6), Witte (5), Rehme-Schlüter (1), Hahne.

Siebenmeter: ISV 8 (Wunsch trifft drei, verwirft zwei; Pansing trifft zwei, Dreiszis verwirft einen); Minden 2 (Kenschner verwirft, Helmdach trifft).

Zeitstrafen: ISV 8 (Wunsch, D. Wiesmann, Fütterer je 2; Dreiszis, J. Wismann je 1); Minden 8 (Bagats 3, Lommel, Kunisch, Witte, Rehme-Schlüter, Hahne je 1).

Rote Karte: Bagats (Minden 2/44.) dritte Zeitstrafe.

Beste Spieler: Bierbaum, Pansing, Richter (ISV)/Helmdach (Minden 2).

Zuschauer: 300.

Schiedsrichter: Gillmann/Müller (Krefeld) verfolgten eine extrem konsequente Linie, ohne aber die Grenze zur Kleinlichkeit zu überschreiten. Die vielen Zeitstrafen waren hart, aber vertretbar, verunsicherten indes einige Akteure.

Startseite