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Echte Konkurrenz für Klassiker

Rene Penno

Ahlen - „Langweilen kann man sich woanders“, sandte am Freitagmittag der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Münsterland Ost, Markus Schabel, als Botschaft aus. Auf der abschließenden Pressekonferenz zeigte sich der Sparkassen Münsterland-Giro gerüstet für seine vierte Auflage, die am kommenden Samstag, 3. Oktober, durch den Kreis Warendorf rollen wird.

Es wird jede Menge geboten rund um den Giro, der ein Weltklassefeld bei den Profis an den Start bringt. Das freilich wird im Mittelpunkt stehen. Bevor es aber soweit ist, wird vor allem den Jüngsten etwas geboten. So genannte „Fette Reifen-Rennen“ in Wadersloh, Everswinkel und Oelde sollen dem Nachwuchs den gewissen Kick für eine vielleicht spätere Radsport-Karriere verschaffen.

In Münster hoppeln die Jüngsten auf Laufrädern die Zielgerade entlang und zwischen Hoetmar und Milte wird es einen „Familien-Giro“ geben. Sogar die Zuschauer sind gefordert am Tag der Deutschen Einheit: Entlang des Profikurses wird die kreativste Fangruppe gesucht. Die kann laut sein, bunt oder lustig - Hauptsache kreativ und kräftig Stimmung machen. Man will ja schließlich auch ein guter Gastgeber sein im Münsterland.

Die Teilnehmer werden es danken. Mit etwa 5 000 Rennfahrern in allen Klassen rechnen die Veranstalter in diesem Jahr. Neben den erwähnten Rennen für die Nachwuchsradler stehen neben den Profis die Jedermänner im Rampenlicht. Knapp 3.700 Anmeldungen lagen den Veranstaltern am Freitag vor. „Das sind bereits jetzt etwa 700 mehr, als wir im vergangenen Jahr am Start hatten“, ist Organisator Rainer Bergmann vom Sportamt in Münster begeistert. Da auch die Möglichkeit besteht, sich nachträglich anzumelden, können die Zahlen durchaus noch wachsen. Auf jeden Fall ist ein neuer Teilnehmerrekord garantiert.

Die Profis juckt das alles herzlich wenig. Natürlich profitieren auch sie in gewisser Weise von der Popularität der Veranstaltung. Vom bunten Treiben ringsum bekommen sie aber nichts mit. 21 Mannschaften werden am 3. Oktober auf dem Marktplatz in Ahlen am Start stehen, ehe sie sich auf den 200 Kilometer langen Weg durch elf Städte und Gemeinden des Münsterlandes machen. Und das Feld wartet mit klangvollen Namen auf. Allein vier Teams aus der ProTour, der obersten Liga des internationalen Radsports, gehen an den Start und bringen nicht etwa ihre dritte Garnitur mit. Das Team Columbia kommt beispielsweise mit erstklassiger Besetzung: Tony Martin kommt als frischgebackener Bronzemedaillengewinner der Weltmeisterschaft im Einzelzeitfahren. Der Cottbuser, dessen Stern in diesem Jahr erst richtig zu strahlen begann, war während der diesjährigen Tour de France auch zwei Wochen lang Träger des Weißen Trikots für den besten Nachwuchsfahrer. Mit André Greipel hat er zudem einen der besten Sprinter weltweit in seinen Reihen. Greipel feierte in dieser Saison bereits 20 Siege, zuletzt bei der Spanien-Rundfahrt - und er kommt als Titelverteidiger. Die größte Konkurrenz ist vom Team Milram zu erwarten, die mit den beiden gebürtigen Münsteranern Linus Gerdemann und Fabian Wegmann antreten und mit Gerald Ciolek ebenfalls einen echten Sprintspezialisten in ihren Reihen haben. Lokalkolorit versprühen der Ahlener Daniel Westmattelmann und Alexander Nordhoff aus Beckum.

Die beiden Kumpels treten für das Bochumer Team Seven Stones in die Pedale und werden schon auf dem ersten Teil der Stecke versuchen, Akzente zu setzen. Soll heißen: Die beiden kennen die Beckumer Berge wie ihre Westentasche und wissen, wo man angreifen kann. Und wer weiß, vielleicht können sie für eine faustdicke Überraschung sorgen und den Sprintern ein Schnippchen schlagen. Eine schwere Aufgabe gewiss, aber wie die Vergangenheit immer wieder gezeigt hat, nicht unmöglich. Das aber ist reine Spekulation.

Fakt ist aber, dass der Münsterland-Giro inzwischen eines der größten deutschen Straßenrennen ist und den Vergleich mit den Klassikern in Frankfurt und Köln nicht scheuen muss. In jedem Jahr startet das Rennen in einem anderen Bereich des Münsterlandes. Ziel ist jedes Mal die Stadt Münster. Inzwischen steht auch fest, dass es in den nächsten vier Jahren eine Wiederholung geben wird. Sponsoren und Partner haben sich bereits darauf verständigt, was auch nicht ganz selbstverständlich ist.

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