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Ein Ball für zehn Jahre Projektarbeit

Elke Lutterberg

Ibbenbüren. Alle sind sie froh, dass es den Diplom-Sportlehrer Richard Gemar gibt: Der Bürgermeister Heinz Steingröver, Rüdiger Koch und Norbert Maßmann vom Stadtjugendring, Marianne Zgoda-Hachmann – und die Jugendlichen sowieso.

Immer dienstags von 17 bis 19.30 Uhr im Kraftraum der Kreissporthalle, von 20 bis 22 Uhr in der Sporthalle der Ludwigschule und donnerstags von 20 bis 22.30 Uhr in der Kreissporthalle, haben die jungen Männer Gelegenheit, sich unter professioneller Anleitung sportlich zu betätigen. 1997 sei deutlich geworden, dass ein Betreuungsangebot für männliche Jugendliche und junge Erwachsene mit Migrationshintergrund erforderlich gewesen sei.

Seit März 1998 arbeitet Gemar in dem Projekt „Sportlich orientierte Jugendarbeit mit Aussiedlerjugendlichen“. 2000 übernahm der Stadtjugendring die Projektträgerschaft von der Stadt Ibbenbüren. Das Projekt wurde rege angenommen, anfangs gab es nahezu täglich Angebote.

Ursprünglich wurde das Projekt durch öffentliche Mittel finanziert, seit der Pensionierung Gemars zum Jahreswechsel 2004/2005 wird das Projekt ausschließlich durch Spenden finanziert. Neun Stunden die Woche engagiert sich Gemar, gebürtig aus Polen, für die Jugendlichen im Alter von 16 bis 27 Jahren – und nicht nur in den Sportstätten. Gemar sucht sie auch an ihren Treffpunkten auf, und versucht bei Konflikten zu helfen.

„Er ist immer zur Stelle. Auch wenn wir im Jugendamt mal einen Dolmetscher brauchen. Richard Gemar kennt nicht nur die Sprache der Jungen, er kennt auch ihre Kultur“, so Marianne Zgoda-Hachmann, die das Projekt fachlich betreut. „Er ist der Chef“, bringt es Rüdiger Koch, Vorsitzender des Stadtjugendrings, auf den Punkt. „Ich helfe gerne dabei“, sagt Gemar, und nimmt bescheiden den Fußball entgegen, den nicht nur die Kooperationspartner, sondern auch die Jugendlichen mit Freude unterzeichnen.

Der Stadtjugendring hält das Projekt nicht zuletzt aufgrund der guten Resonanz für weiterhin erforderlich. Bürgermeister und Jugendamt stehen dem Projekt positiv gegenüber: „Viele lernen durch Gemar, dass Ibbenbüren ihre Heimat ist. Das hat eine hohe Bedeutung. Als Deutsche kann ich das gar nicht leisten. Das ist ein Pfund. Gemar versteht die Leute“, sagt Zgoda-Hachmann.

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