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Ein Fundament für die Zukunft der Kinder bauen

Dagmar Kolb

Warendorf/Everswinkel. „Angeblich, das sagt meine Mutter, habe ich schon im Kindergartenalter im Garten immer Schule gespielt“, erzählt Reinhild Holzmüller schmunzelnd. Obwohl jeder ihr schlechte Berufsaussichten voraussagte und vom Lehramtsstudium abriet, ließ sich die Everswinkelrin nicht beirren und wählte ihren Traumberuf. „Ich habe immer wieder viel Glück gehabt. Dass es trotz aller Unkenrufe so schnell mit einer Einstellung geklappt hat, ist ein Wunder.“

Glücklich sollen nach Meinung der Pädagogin, die an der Grundschule alle Fächer unterrichtet, auch die Kinder sein, die eifrig und unverbraucht mit glänzenden Augen jeden Tag in die Schule kommen. „Ich habe die Möglichkeit vier Jahre lang ein wunderbares Fundament aufzubauen, damit die Kinder gute Wurzeln haben und ihnen die Welt offen steht.“

Mit der Unterstützung seitens der Schulleitung und des Kollegiums führte die engagierte Lehrerin, die begeistert Gitarre spielt und sich im Fach Musik weiterbildet, das gemeinsame Singen mit der ganzen Schule an jedem Montagmorgen ein. Neue Instrumente wurden angeschafft und bereits ein Musical auf die Bühne gebracht. „Trotz der Größe mit 300 Schülern ist die Grundschule unsagbar gut ausgestattet“, schwärmt Holzmüller begeistert. Es werde großer Wert darauf gelegt, dass die Kinder und Lehrer mit sämtlichen didaktischen Mitteln gut ausgestattet sind. „Das ist fantastisch.“

Sehr aktiv bringe sich die Elternschaft ein, so die Lehrerin, der der enge Kontakt enorm wichtig ist. „Meine Eltern bekommen jeden Freitag ein Wochenblatt von mir. Das ist ein DIN-A5-Zettel, auf dem steht, was in der vergangenen Woche passiert ist. Außerdem ein Ausblick auf die kommende Woche.“ Die Resonanz sei gigantisch, strahlt Holzmüller, die sich in ihrer Freizeit gern den Rosen in ihrem Garten widmet oder ein Buch liest.

Kinder, die die Schule bereits verlassen haben, kommen zu Besuch oder mailen, erzählt die Lehrerin lächelnd und freut sich über eine besondere Anerkennung: Vor kurzem überreichte die vierte Klasse ihr eine CD mit selbst gesungenen Liedern und Kommentaren der Kinder und vieler Eltern zum Abschied.

„Kinder, die auch in der Schule Glück und Liebe erfahren, leisten freiwillig mehr. Sie tun es, weil sie merken, das es gut für sie ist“, ist Holzmüller überzeugt. „Der emotionale Tank muss voll sein.“

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