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Krippen der Welt

Ein inniger, musikalischer Moment

Sigrid Winkler-Borck

Gronau-Epe - Krippen mit Jesuskind, Maria und Josef gehören bei uns so selbstverständlich wie der Tannenbaum in die Weihnachtszeit. Doch gibt es je nach Ort und Zeit recht unterschiedliche Formen von Weihnachtskrippen in der vielfältigen christlichen Welt. Bei einem Blick in die umfangreiche, private Krippensammlung des Eper Galeristen und Kunstsammlers Georg van Almsick wird das deutlich. Bis Weihnachten wird nun an dieser Stelle in jeder Ausgabe eine andere Krippe bzw. Krippenfigur aus der Sammlung van Almsick vorgestellt.

In Mexiko sind Krippenfiguren aus Ton sehr beliebt. Kunsthandwerker fertigen sie nicht nur für den heimischen Markt, sondern auch für die Touristen. Auch diese kleine Hauskrippe stammt aus dem mittelamerikanischen Land.

In eine halbrunde Nische mit Öffnungen nach hinten wurde die Heilige Familie - einmal nur für sich - eingefügt. Maria und Josef haben sich niedergekniet, die Augen sind geschlossen und die Münder leicht geöffnet. Sie scheinen inbrünstig zu singen.

Liebevoll bis in die Details sind ihre Gesichter gestaltet. Auch der fest in Tücher eingewickelte Jesus, dessen Kopf von Marias Knie gestützt wird, scheint schon einstimmen zu wollen. Rechts und links der Nische sind Gitarren und darüber angedeutete Flöten platziert, was diesen innigen, musikalischen Moment unterstreicht.

Darüber hinaus meint man geradezu die Glocken klingen zu hören, die mit ihren überdimensionalen Klöppeln aus den bogenförmigen Schallöffnungen der flankierenden Rundtürme weit herausschwingen. Die Türmchen mit ihren roten Dächern werden so zum Klischee mexikanischer Dorfkirchtürme.

Krippen jeglicher Art und Tannenbäume - allerdings meistens aus Plastik, weil echte Tannen zu teuer sind - gehören selbstverständlich auch in Mexiko zum Weihnachtsfest dazu. Was allerdings anders ist als bei uns: Kinder werden dort zwei Mal beschenkt. Weihnachten bekommen sie in der Regel etwas Nützliches wie Kleidung oder Schuhe. Erst am „Dia de los Reyes“, dem 6. Januar, erhalten sie die in Kinderaugen „richtigen Geschenke“ wie Spielsachen.

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