1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Ein König aus dem Bilderbuch

  6. >

Schützenfeste im Kreis Coesfeld

Ein König aus dem Bilderbuch

Theo Heitbaum

Davensberg - Wenn der Vater mit dem Sohne - dieses Buch hat viele Kapitel. Eine weitere Episode lieferten gestern Hermann und Sascha Horstkötter am Davensberger Telgenpatt. Sie wetteiferten um die Königswürde der Davensberger Bürgerschützen. Mit dem besseren Ende für Vater Hermann, der um 19.58 Uhr traf. Direkt vor dem Vogelschießen hatte er nach 24 Jahren das Amt des Hauptmanns an Martin Pelster weitergereicht. Der Königsschuss passte perfekt in seine Schützen- Laufbahn. Davensberg hat einen Bilderbuch-König, der mit Frau Ulla regieren wird.

Und weil das alles perfekt passte, gab es direkt nach dem Königsschuss einen Holperer: „Da hängt noch was“, war zu hören. Doch der Blick durchs Fernglas machte deutlich: Was da ob noch hing, waren Teile des Kugelfangholzes. Das hatte bei 334 Schuss arg gelitten, weil Thomas Bitter den Schützen eine echte Herausforderung gebaut hatte.

„Wir haben uns kurz vorher abgesprochen, weil es auf ein zähes Schießen hinauslief“, berichtete Sascha Horstkötter während seine Eltern die Glückwünsche des Schützenvolkes entgegennahmen. Während die beiden Horstkötters mutig zu Werke gingen, streuten nicht ganz so entschlossene Schützen sporadisch Schrotsalven ein. Timo und Jan-Bernd Egbringhoff, Raimund Bäumker, Jörg Schwabe, Silberkönig Andreas Eickholt, Frank Lilienbecker und Karl-Heinz Börtz scheuten das Risiko nicht.

Begonnen hatte das Schützenfest mit dem Abholen der amtierenden Majestäten Bernd Kimmina und Anja Hagelschuer. Ihr zu Ehren wurde auf dem Dorfanger der Fahnenschlag aufgeführt - mit einer dicken Überraschung für den König, denn Herbert Kimmina, Vater der Majestät und bis 2001 Fahnenschläger, gab seinem Sohn zu Ehren ein gelungenes Comeback.

An der Vogelstange stand ein Debüt auf dem Programm: Tobi Altenhövel, neuer Hauptfeldwebel der Bürgerschützen, gab nicht nur die Parole aus „Damich rockt!“, sondern brachte auch einige Missgeschicke Davensberger Schützen zu Gehör. So erhielt Timo Egbringhoff das Davensberger Sportabzeichen in der Kategorie Windsurfen. Er hatte beim Surfen auf dem Emmerbach ein kleines Missgeschick erlitten. Schlimmer erwischte es Kai-Uwe Wünnemann, der nach einem Filmriss vom Jägerzug mit Geschichten über sein Tun hinters Licht geführt worden war. Zur Strafe musste der Jägerzug Kniebeugen zeigen. Und die Kegelclubs Scharfe Rinne und Club 12 hatten auf ihrer Tour tatsächlich Uwe Mörchen verloren. Das war ein starker Einstand des Mannes mit der Spieß- Kordel.

Dann folgte noch der Ausstand von Hauptmann Hermann Horstkötter, dessen Wehmut an einer Träne in den Augen zu sehen war. Exakt 173 Minuten währte die amtslose Zeit - dann hatte Davensberg seinen König aus dem Bilderbuch.

Startseite