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Filmrezensionen

„Ein Mann für alle Unfälle“: Security auf dem Pausenhof

Gian-Philip Andreas

Mobbing an der Highschool: Das ist kein Spaß und endet im Extremfall im Amoklauf. Man kann philosophische Filmkunstwerke dazu drehen, so wie Gus Van Sant das mit „Elephant“ getan hat. Man kann Satiren zum Thema drehen. Man kann aber auch maue Klamotten daraus drechseln, und genau so eine ist „Ein Mann für alle Unfälle“ geworden.

Das verwundert, denn der Film stammt aus der momentan äußerst angesagten Schmiede des Filmemachers Judd Apatow, der mit „Superbad“ und „Beim ersten Mal“ im letzten Jahr das Genre des Highschool- und Collegefilms revitalisierte.

Apatows Lieblingsdarsteller, der dicke Seth Rogen, schrieb jetzt auch am Drehbuch zu diesem neuen Film mit, doch die Regie überließ man leider dem Klamaukisten Steven Brill, an dessen bisheriges Werk von „Little Nicky“ bis „Trouble ohne Paddel“ man nicht sehr gerne zurückdenkt. Die drei Schüler Wade (dürr und unglücklich verliebt), Ryan (dicke Jungausgabe von Seth Rogen) und Emmit (winzig) stehen in der Hackordnung ihrer Schule ganz weit unten, und um sich der Attacken des fiesen Filkins (Alex Frost, kurioserweise einer der Amokläufer aus „Elephant“) zu erwehren, heuern sie einen vermeintlichen Bodyguard an, doch Drillbit Taylor ist in Wahrheit ein Pazifist und Penner, der den Kids nur das Geld aus der Tasche ziehen will.

Natürlich schließt er seine Schützlinge dann doch noch ins Herz, er gibt sich als Lehrer aus, bis alles auffliegt: Der stets verlässliche Owen Wilson („Darjeeling Limited“) spielt den Hallodri zwischen Witz und Wahn, und er bleibt der einzige Lichtblick. Der Rest reiht Standardsituationen aus Pennälerhumor und Highschool-Klischees aneinander, die dem Genre rein gar nichts hinzufügen, und spätestens, wenn sich Regisseur Brill am Ende in diversen Actionnummern versucht, darf man sich ermüdet aus diesem halbgaren Einerlei ausklinken.

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