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SC Greven 09

Ein Quartett reicht in Halle nicht

Winfried Kitzmann

Greven - Die weite Hinfahrt in den Osten der Republik ist schon schlimm genug. Doch die Rückfahrt wird zu einer echten Tortur, erst recht, wenn man, wie die Handballdamen des SC Greven 09, bei SV Union Halle eine 24:30-Niederlage hinnehmen musste. „Wir haben nicht gut gespielt“, lautte die einfache Analyse der Trainerin Franziska Heinz.

Ihre Mannschaft brauchte einige Zeit, um ins Spiel zu kommen, nach fünf Minuten lagen die Grevenerinnen mit 2:5 Toren zurück. Kein Problem für eine Mannschaft, die zu kämpfen weiß und Alternativen im Kader hat, um dem Gegner Paroli bieten zu können. Aber das war am gestrigen Sonntag wohl nicht der Fall. „Wir waren der Angriffsdynamik von Halle nicht gewachsen“, stelle Franziska Heinz fest. Ihre Mannschaft brauchte einige Zeit, um den Kampf auch tatsächlich anzunehmen. Doch kaum war die 09-Mannschaft im Spiel, als sie auf 10:10-unentschieden ausglich (17.), da war es schon wieder vorbei mit der Konzentration. Union bestrafte jeden Fehler der Gäste mit einem Gegenstoßtreffer. „Unser Rückzugsverhalten war nicht das beste“, befand die Trainerin, die zur Halbzeit eine 15:11-Führung für Halle auf der Anzeigetafel sah.

Als die Mannschaft in der 38. Minute auf 16:17 aufgeschlossen hatte, keimte wieder Hoffnung auf, aus Halle endlich mal wieder zwei Punkte mitnehmen zu können. Doch weit gefehlt - jetzt brauchte die Trainerin auch Alternativen im Rückraum, um das Spiel zu beleben und die Union-Abwehr vor Probleme stellen zu können. Aber nach den Verletzungen von Manja Görl und Jenny Volkmer sowie Maike Esterhaus - allesamt können aus dem Rückraum Tore erzielen - konnte sie keine neuen Akzente setzen.

„Insgesamt haben nur vier Spielerinnen ihre Leistungen gebracht“, erkannte die Trainerin. Sie freute sich über Nikki Schreurs, die mit zehn Treffern, davon fünf vom Siebenmeterpunkt, zur besten Schützin avancierte. „Nikki weiß jetzt wieder, wo das Tor steht und ist auch wieder eigennütziger, was sie auch gefährlicher macht.“ Und der Neuzugang Juliane Franke habe in der Abwehr gekämpft wie auch Torhüterin Pauline Radke. Sarah Everding reihte sie noch in das Quartett ein, das den Gastgeberinnen Paroli bot. Doch das habe aber nicht gereicht, um in Halle zu zwei Punkten zu kommen. Es war halt so wie in fast jeder anderen Saison.

Die Blicke der Trainerin richten sich nicht auf das nächste Spiel, das bei TuS Weibern absolviert werden muss. Und natürlich auf den Kader, der möglichst bald wieder Verstärkung finden sollte, wollen sich die Grevenerinnen in der Zweiten Bundesliga halten. „Das ist nicht nur eine Frage des Geldes. Die Spielerinnen liegen ja auch nicht so auf der Straße mitten in der Saison.“

Erschwerend kommt hinzu, dass sie unbedingt eine weitere Rückraumspielerin benötigen - und die kostet in der Regel Geld. Geld, was der SC Greven 09 nicht besitzt. Und deshalb wird sich wohl dieser Kader durch die lange Saison beißen müssen. Wenn nicht ein Sponsor sein Säckel aufmacht, um dem Team jetzt zu helfen.

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