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„Ein Schatz zum Verlieben“: Gier nach Aurelias Gold

Hans Gerhold

Der Mann hat einfach kein Glück: Am Anfang von „Ein Schatz zum Verlieben“ versinkt sein Boot in den Fluten, dann hat Sporttaucher und Schatzsucher Ben „Finn“ Finnegan (Matthew McConaughey) schießwütige Schuldner und einen Scheidungstermin mit Gattin Tess (Kate Hudson) am Hals – den er nicht wahrnehmen kann, weil ihn die Gangster am Meeresgrund festketten.

Wie er sich befreit und seine Ex, die die verflixten sieben Jahre mit erfolgloser Schatzsuche nach Goldkisten leid ist, zu neuen Taten und Tauchgängen bewegt, gehört zu den würzigeren Szenen in der flotten, mit reichlich Schauwerten gespickten Abenteuerkomödie. Für die Chronik: Sie wurde nicht in der Karibik, sondern vor Australien gedreht. Eine echt krasse, nasse Globalisierung.

Vor ein paar Jahren spielten Hudson und McConaughey in der Komödie „Wie werde ich ihn los in zehn Tagen?“ zusammen. Hier haben sie Gelegenheit, den Geschlechterkrieg fortzusetzen. Tess, unterforderte Angestellte auf der Yacht von Nigel Hunnycut (Donald Sutherland), sieht erst wütend zu, wie ihr Finn den Millionär überredet, den Goldschatz der 1715 gesunkenen „Aurelia“ zu bergen, dann wird auch sie wieder vom Abenteuerfieber gepackt.

Regisseur Andy Tennant („Hitch – Der Date-Doktor“) arrangiert um das Paar, das seine durchtrainierten Körper als zusätzlichen Schauwert ständig halb nackt präsentiert, eine Geschichte, die weder neu noch originell ist, aber mit Oberflächenreizen punktet – von den von Don Burgess elegant gefilmten wunderbaren Landschaften bis zur Luxus-Yacht.

Die Story vermengt Elemente des Unterwasser-Actionfilms „Into the Blue“ (mit Jessica Alba und Paul Walker) mit den Schnitzeljagden mit Nicolas Cage („Das Vermächtnis der Tempelritter“) und den „Fluch der Karibik“-Kulissen mit gefährlichen Höhlen und blütenweißen Stränden.

Hudson und McConaughey halten als attraktives Paar die Geschichte zusammen – sie als Kopf des Unternehmens, er als großes Kind und „Idiot“ (Originaltitel: „Fool“s Gold“). Prächtig unterstützt werden sie von Donald Sutherland, der sich als Millionär mit wallendem weißen Haar mit seiner entfremdeten und konsumwütigen Tochter (Alexis Dziena, Lolita aus „Broken Flowers“) versöhnt. Diese, für ein naives Dummchen gehalten, zeigt, dass sie mehr drauf hat. Unbeschwerte Sommerunterhaltung.

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