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Politik Inland

Ein schnelles Ende des Endlagers Asse tut not

wn

Die Asse ist ein Musterbeispiel - ein Musterbeispiel dafür, wie man nicht mit Atommüll umgehen darf. Die Asse ist unsicher: Der Salzstock bei Wolfenbüttel, der vor dem Einlagern offensichtlich nicht ausreichend geprüft wurde, bricht zusammen. Das „Versuchsendlager“ ist schlecht geführt worden, denn oft wurden die Fässer unter Tage einfach abgekippt. Und es ist miserabel verwaltet worden, so dass heute niemand genau weiß, was in den 126 000 Fässern noch für strahlende Überraschungen lauern. Kurz: Die Asse ist ein Desaster. Das Endlager zerbröselt - und mit ihm das Vertrauen der Bürger in eine verantwortungsvolle Nutzung der Kernenergie. Wer aber wie Schwarz-Gelb - auch mit Blick auf den Klimaschutz - die Laufzeiten der Kernkraftwerke verlängern will, braucht das Vertrauen der Bevölkerung.

Es kann ohnehin keinen Zweifel geben: Angesichts des unterirdischen Chaos muss das Ende für das Endlager schnell kommen. Doch es wird teuer werden, die Fehler der Vergangenheit auszubügeln - wenn es überhaupt noch möglich ist.

Umweltminister Röttgen tut gut daran, nun das Aufräumen und Ausräumen der Asse in Angriff zu nehmen. Dies vor allem, aber nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes, - auch politisch wäre jedes Abwarten für die Union gefährlich.

SPD-Chef Gabriel, der das Problem Asse schon im Bundestagswahlkampf virtuos genutzt hat, um der Union Schwierigkeiten zu machen, wird sich diese Chance auch diesmal nicht entgehen lassen. Röttgens Amtsvorgänger wird genüsslich Richtung Wolfenbüttel zeigen, sobald die derzeit vor der Nordrhein-Westfalen-Wahl nur leise köchelnde Debatte um verlängerte Laufzeiten wieder voll losbricht.

Röttgen sollte derweil überlegen, wie die Energiekonzerne, denen verlängerte Laufzeiten Aber-Millionen in die Kassen spülen würden, beim Bezahlen für die Fehler der Vorgänger mit herangezogen werden können.

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