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Am Jahrestag sollte die Kritik schweigen

Ein Tag zum Jubeln

wn

Hartz IV ist in erster Linie die Antwort auf die Globalisierung, nicht auf die Wiedervereinigung. Längst nicht alle DDR-Bürger hatten sich beruflich oder inoffiziell der Stasi verbunden. Die DDR war wirtschaftlich ruiniert. Als die Mauer geschleift war, zog es Zigtausende westwärts: kein Spielraum für Übergangsmodelle mit vorerst weiter zwei deutschen Staaten.

Es gibt eine Reihe dieser ganz simplen Wahrheiten, die am Jahrestag des Mauerfalls ins Gedächtnis gerufen gehören. Wenigstens diesen einen Tag sollten die vergrätzten Ossis und grämlichen Wessis, die schönfärbenden Ostalgiker und die überheblichen Westalgiker mal den Mund halten.

Andere Wiedervereinigung? Illusorisch. Auch im Rückblick auf die letzten 20 Jahre überwiegen entschieden die Gründe für jene freudenfeuchten Augen, lachenden Gesichter, jubelgereckten Arme, die uns in diesen Tagen die Bilder von damals zeigen.

Doch blühende Landschaften! Die Beispiele sind zahlreich. Wortwörtlich die Region Bitterfeld, einst Westeuropas umweltverseuchtestes Gebiet. Städtebaulich Görlitz - damals großflächig baufällig, heute herausgeputzt. Selbst wirtschaftlich: Die Arbeitslosigkeit wäre ungleich höher, wollte die DDR von damals in der globalisierten Welt von heute zurechtkommen.

Die Wiedervereinigung der Herzen? Immer noch heikel. Und gerade jetzt kommt verschärfend hinzu, dass die Brandenburger SPD Helfershelfern der SED-Diktatur den Weg in die politische Führung des Landes geebnet hat.

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