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Ein vorbildlicher Pastor

Ansgar Kreuz

Havixbeck - Ganz praktisch dienen Straßennamen zur Unterscheidung der vielen Straßen, Wege und Plätze eines Ortes voneinander. Doch was steht in Havixbeck hinter diesen Bezeichnungen? Eine Auswahl von Straßen und deren Namen stellt unsere Zeitung gemeinsam mit Friedhelm Brockhausen, Vorsitzender des Heimatvereins Havixbeck, in loser Reihe vor. Heute: Die Dirkesallee.

Nach Josef Dirkes, der von 1936 bis 1953 Pfarrer von St. Dionysius in Havixbeck war, ist die Dirkesallee benannt. Den nach ihm benannten Weg hatte der Pfarrer selbst vom Krankenhaus, dem heutigen Marienstift Droste zu Hülshoff, zum Friedhof anlegen lassen. Die frühere Leichenhalle, heute Marienkapelle, war erst unter seinem Nachfolger errichtet worden.

„Insbesondere während der schweren Zeit des Dritten Reiches war Pfarrer Josef Dirkes in seinem gottesdienstlichen und seelsorgerischen Bemühen ein vorbildlicher Pastor und Hirte seiner Herde“, so Friedhelm Brockhausen über den früheren Pastor. „Seine Bemühungen um die Renovierung und Ausgestaltung der Kirche finden allerdings nicht so große Anerkennung“, verweist der Vorsitzende des Heimatvereins auf einen Nachtrag in der Ortschronik: „Von 1936 bis 1953 war dann Pfarrer Dirkes. Dieser hat in der Kirche sehr viel umgeändert, aber leider wegen seiner mangelhaften Kunstkenntnisse sehr viel verdorben.“ Der Chronist berichtet, dass Dirkes unter anderem die schönen, lebensgroßen Ölgemälde der zwölf Aposteln, die nach Entwürfen des Kaplans Hartmann 1882 rund um den Chor herum gemalt worden waren, habe abkratzen lassen.

Über die Dirkesallee erreichen Fußgänger und Radfahrer heute die Anne-Frank-Gesamtschule, die Baumberge-Grundschule und den St.-Dionysius-Kindergarten. Ebenso liegen an diesem Weg die AWO-Begegnungsstätte und das Haus der Begegnung, in dem seit Juni die Tagespflege untergebracht ist.

Die Marienkapelle an der Dirkesallee wurde am 29. Mai 1980 durch den früheren Bischof von Münster, Dr. Reinhard Lettmann, eingeweiht. Zuvor war das Gebäude rund 25 Jahre lang als Leichenhalle genutzt worden. Die vom Rheinenser Bildhauer Joseph Krautwald geschaffene Marienstatue zeigt im Mantelsaum das Relief der St.-Dionysius-Pfarrkirche.

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