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Neujahrsempfang der Stadt Münster

Ein Weltmeister und 600 Gäste

Klaus Baumeister

Münster - Eberhard Gienger ist ein Mann mit Prinzipien. Als Oberbürgermeister Markus Lewe dem ehemaligen Weltmeister am Reck beim Empfang im Friedenssaal den traditionellen Schluck Wein aus dem Goldenen Hahn anbietet, hält er entgegen: „In diesem Monat trinke ich keinen Alkohol.“Sodann nippt er ganz kurz am Hahn und schmunzelt: Weder war er unhöflich, noch hat er seinen guten Vorsatz fürs neue Jahr gebrochen.Auch 30 Jahre nach dem Ende seiner Sportlerkarriere sieht der CDU-Politiker aus wie ein Modellathlet. Beim Neujahrsempfang im Rathausfestsaal begrüßt Lewe die rund 600 Gäste mit den Worten: „Wer den Vorsatz hat, mehr Sport zu betreiben, kann sich bei Eberhard Gienger noch Tipps holen.“In seiner Festrede lässt sich „das „sportlichste Mitglied des Deutschen Bundestages“ (Lewe über Gienger) dann auch nicht zwei Mal bitten. Erst zeigt er die Notwendigkeit des Sports auf, dann schiebt er mit der versammelten Mannschaft noch eine gymnastische Übung hinterher.Doch der Politiker verschweigt nicht den ernsthaften Hintergrund seiner sportlichen Mission. Der Durchschnittsdeutsche bewege sich gerade einmal 1000 Meter pro Tag zu Fuß. Das sei zu wenig, um den voranschreitenden Volkskrankheiten wie Herzkreislaufbeschwerden und Diabetes entgegenzutreten.Vor allem der Nachwuchs entwickelt sich laut Gienger zu Bewegungsmuffeln. „20 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig, sieben Prozent sogar fettleibig.“Nachdrücklich warb Gienger für starke Sportvereine, für eine Förderung des ehrenamtlichen Engagements in Sportvereinen sowie für Konzepte, um ein lebenslanges Sporttreiben zu ermöglichen. Angesichts einer Lebenserwartung, die auf 100 Jahre zustrebe, dürfe es die Ausrede „Das lohnt sich bei mir nicht mehr“ künftig nicht mehr geben.Oberbürgermeister Lewe sprach in seiner Begrüßung den Plan der rot-grünen Landesregierung an, die Gemeindefinanzierung zu ändern und die Zuschüsse für die Stadt Münster auf diesem Wege um zehn Millionen Euro zu kürzen. Lewe nannte es einen „schlechten Stil“, dass die Nachricht erst nach Verabschiedung des Haushaltes in Münster eingetrudelt sei – und zwar einen Tag vor Weihnachten

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