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Eine Niederlage, die Mut macht

Ansgar Griebel

Münster. Holger Müllers akute Bescheidenheit ist glücklicherweise kein chronisches Leiden, sondern ein zeitlich durchaus begrenztes Phänomen, das spätestens mit Beginn der Rückrunde abgelegt werden soll. Am Wochenende starteten die Rollstuhlbasketballer des UBC Münster mit einer 59:61 (33:25)-Heimniederlage in die neue Saison der zweiten Bundesliga – und sorgten dennoch für große Zufriedenheit beim eigenen Trainer. „Das war für mich ein richtungweisendes Spiel. Und was wir da gezeigt haben, kann sich durchaus sehen lassen“, so Müller, der großzügig darüber hinweg sah, dass es für die Mühen zum Saisonstart keine Punkte für den UBC gab.

„Aber dafür gibt es gute Gründe“, klärt der 43-Jährige auf, denn erstens zähle er den Auftaktgegner aus Essen zu den stärksten Teams der Liga, zweitens habe das eigene Team über weite Strecken die Partie bestimmt und nur deswegen am Ende nachgelassen, weil es drittens auf drei wichtige Leistungsträger verzichten musste und somit kaum noch Alternativen auf der Bank hatte. „Wir konnten so gut wie gar nicht wechseln, da war klar, dass uns da zum Ende die Kraft fehlen würde“, so Müller, der sich für alle weiteren Spiele der Hinserie mit eben dieser Mangelverwaltung arrangieren muss. Denn mit Johannes Hengst, Anna-Maria Müller und Tobias Weber muss der UBC mindestens bis Beginn der zweiten Halbserie auf drei wichtige Stammspieler verzichten. Hengst und Müller arbeiten derzeit in Uganda in einem freiwilligen Hilfsprojekt, Weber feilt außerhalb Münsters an seiner Diplomarbeit.

„Das ist natürlich eine Schwächung der Mannschaft. Unser Ziel ist es jetzt, die Hinrunde möglichst gut über die Runden zu bekommen und möglichst nicht ganz unten drin zu stehen.“ Weil aber der Premierenauftritt gegen Essen trotz fehlendem Happy ends durchaus überzeugend war, ist Müller überzeugt, dass auch die abgespeckte Version des UBC auf Dauer punkten wird. Ab Januar wird dann mit voller Kraft zur Aufholjagd geblasen.

Einen guten Eindruck hinterließ am Wochenende auch der einzige Neuzugang beim UBC: Der 19-jährige Ronald Röttel ist vom Oberligisten Kleine-Wiedenest aus dem Sauerland nach Münster gestoßen und sorgte mit 17 Zählern im ersten Spiel gleich für einen bleibenden Eindruck. „Er ist ein großes Talent und wenn er noch Erfahrung in der zweiten Liga sammelt, dann erwarte ich sogar noch mehr von ihm“, so Müller. Die nächste Gelegenheit, Erfahrung zu sammeln, bietet sich schon am kommenden Wochenende, wenn am Sonntag (14 Uhr, Sporthalle Hiltrup-Mitte) Erstliga-Absteiger Hamburg zu Gast ist. „Das ist der nächste ganz schwere Brocken, aber danach kann es nur leichter werden.“

UBC Münster: Manuel Onken (26), Ronald Röttel (17), Jan Mark Matthias (8), Maike Norgall (8), Frank Michael, Johannes Symalla, Patrick Verfürth.

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