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Filmrezensionen

„Eine zauberhafte Nanny 2“: Kriegsferien auf dem Bauernhof

Gian-Philip Andreas

Wie „Mary Poppins“ in einer ungestümen ­Roald-Dahl-Variante kam 2005 die erste „Zauberhafte Nanny“ daher: Emma Thompson spielte das zauberkundige Kindermädchen mit Lust an der Hässlichkeit, brachte aufmüpfigen Kindern Manieren bei und hatte damit Erfolg genug für eine Fortsetzung. Weil die „Nurse Mathilda“-Bücher aus den Sechzigern als Stoffvorlage allerdings erschöpft waren, schrieb sich Thompson einfach eine eigene Geschichte, die jener des ersten Teils zwar ähnelt, aber vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs angesiedelt ist.

Während nämlich die deutschen Bomber wüten, muss die patente Farmerin Mrs. Green (beherzt gespielt von „Crazy Heart“-Star Maggie Gyllenhaal) allein auf ihre drei quirligen Kinder aufpassen. Ihr Gatte (Kurzauftritt von Ewan McGregor) dient im Krieg, und ihr windiger Bruder (typisch verschlagene Rolle für Rhys Ifans) will ihren Bauernhof verkaufen. Dann kommen noch zwei versnobte Kinder aus London auf den Hof, die den Weltkrieg im Kleinen als Privatkrieg mit den Green-Kindern weiterführen.

Klarer Fall für die Knollnasen-Nanny McPhee. Thomp­son, die man zuletzt als Schulleiterin in „An Education“ sah, spielt die verschrobene Gehstock-Hexe erneut mit Schmackes, erteilt den Kriegskindern Lektionen in Mut und Toleranz, lässt Schweine fliegen und mit Elefanten schmusen, macht den Tricktechnikern viel Arbeit und liefert Steilvorlagen für Gaststars wie Ralph Fiennes und Maggie Smith - womit sie auch die Potter-verwöhnte Kundschaft zufriedenstellen will.

Insgesamt aber wirkt die Fortsetzung eher wie eine Variation des ersten Teils: viel Bewährtes und etwas zu viel derber Slapstick.

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