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Fußball

Eins, zwei, drei: Preußen zieht an Schalke 04 II vorbei

Alexander Heflik

Münster - Endlich. Das waren die Preußen, wie man sie sich vorstellt. Eine kompakte Mannschaft, jederzeit Herr der Lage, mit einer klaren Struktur im Spiel, mit Biss, mit Herz, eine geschlossene Einheit. Unter dem Strich: Münster drei, Schalke null.

Das zum richtungsweisenden Spiel deklarierte Regionalliga-Aufeinandertreffen zwischen dem SCP und der königsblauen Reserve hätte nicht besser für die Hausherren laufen können. Vor der Saison-Rekordkulisse von 6177 Zuschauern trafen Babacar N´Diaye, Daniel Chitsulo und Patrick Kirsch zum hochverdienten 3:0 (1:0)-Erfolg.

Die Frage, inwieweit der Stuhl von Trainer Marc Fascher wackelt oder nicht, beantwortete das Team ohne Zweifel. „Ich freue mich ungemein, dass die Mannschaft in einer Extremsituation ihr wahres Gesicht gezeigt hat, Zwischen der Partie in Lotte und der gegen Schalke lagen Welten.“

Es hatte gerappelt in dieser Woche, die 0:1-Pleite aus Lotte war der Rucksack, mit dem die Preußen durch die Trainingstage wanderten. Am Ende, als die Entscheidungen anstanden, fielen mit Sercan Güvenisik und Hüzeyfe Dogan zwei Stammkräfte durchs Sieb. Zudem musste Mehmet Kara aufgrund eines Trauerfalls in der Familie kurzfristig auf einen Einsatz verzichten. „Wir sind in Gedanken bei Mehmet Kara“, sagte der Trainer nach der Partie.

Das Personalroulette: Güvenisik, Dogan und Kara raus, Kühne, N´Diaye und Chitsulo rein. Die personellen Konsequenzen fruchteten. Lange hatte man nicht mehr so eine geschlossene Leistung der Adlerträger gesehen. Vielleicht war das das Signal für wiedererstarkte Preußen im Aufstiegskampf. „Der Glaube an die Mannschaft ist ungebrochen. Sie hat ihr wahres Gesicht gezeigt“, bilanzierte Fascher.

Die Hausherren waren - endlich einmal - sofort auf Betriebstemperatur. Und es war Julian Loose, dessen Vorarbeit bereits nach fünf Minuten von Babacar N´Diaye im Stil eines „Abstaubers“ zum 1:0 verwandelt wurde. Sein siebtes Saisontor, damit führt er die Preußen-Torjägerliste an. Und das gab Sicherheit, das gab Zuversicht. Münster langte von Beginn richtig zu in den Zweikämpfen, stand in der Defensive wie immer sicher und startete auch den einen oder anderen sehenswerten Angriff. Der aufgerückte Innenverteidiger Dominique Ndjeng (11.) verpasste das zweite Tor.

Es lag an den Gästen, dass sich ein sehr ordentliches Regionalligaspiel entwickelt. Einmal musste Münsters Jürgen Duah (12.) auf der Linie einen Eckball klären, dann strich ein Schuss von Marvin Pourie knapp am Tor der Preußen vorbei.

Doch die Elf von Marc Fascher war dem 2:0 eigentlich näher, doch weder Julian Loose (31.), Massimo Ornatelli (32.), Patrick Kirsch (39.) und N´Diaye (43.) konnten die Chancen verwerten. Und dann war doch noch SCP-Schlussmann David Buchholz. Die Nachspielzeit von Hälfte eins lief, als Münsters Keeper reflexartig eine Hand an den Ball bekam, den Pourie geschossen hatte. Durchatmen, das 1:0 ging voll in Ordnung, in Sicherheit konnten sich die Adlerträger nicht wiegen.

Nach dem Wechsel wurden die Zuschauer auf die Folter gespannt, nachdem die Preußen den zweiten Treffer lange vor sich hergeschoben hatten. Einen Pass von Massimo Ornatelli verarbeitete Daniel Chitsulo zum hochverdienten 2:0. 71 Minuten waren gespielt. Vier Minuten später köpfte Patrick Kirsch einen Freistoß von Ornatelli zum 3:0 ein.

Der Rest war Schaulaufen einer Preußen-Elf, die zuletzt im November einer vergleichbare Leistung abgerufen hatte. Damals wurde der 1. FC Köln im Spitzenspiel der Regionalliga mit 3:0 abgefertigt. Nun war Schalkes Zweite dran und hielt als Aufbaugegner her. „Ob es unser bestes Spiel im Jahr 2011 war? Ja“, meinte Kapitän Stefan Kühne nach dem Schlusspfiff. Nach einer turbulenten Woche hat der SCP endlich wieder festen Boden unter den Füßen. Ein gutes Gefühl.

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