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Einwohner und Geld für Münster

Peter Maxwill

Warendorf - Der Stadt Warendorf droht eine Abwanderung von Steuerzahlern nach Münster: Die Domstadt plant die Einführung einer Steuer für Münsteraner, die in einer anderen Stadt mit erstem Wohnsitz gemeldet sind.

Warendorfs Kämmerer Dr. Martin Thormann muss damit rechnen, dass viele oder zumindest ein Teil der 253 Warendorfer mit Zweitwohnsitz in Münster sich aus der Einwohnerliste der Emsstadt ausschreiben, wie er unserer Zeitung sagte.

Mit jedem Einwohner verlassen hunderte Euro Warendorf: Denn das Land NRW zahlt jeder Stadt sogenannte Schlüsselzuweisungen pro Einwohner mit Hauptwohnsitz. In die Warendorfer Stadtkasse fließen in diesem Jahr laut Kämmerer Thormann etwa 700 Euro pro Einwohner - 8,2 Millionen Euro machen die Schlüsselzuweisungen insgesamt aus. Meldeten sich alle 253 potenziellen Kandidaten in Warendorf ab, fehlten Thormann diesen Zahlen zufolge demnächst also mehr als 177 000 Euro in der Stadtkasse.

Die Stadt Münster könnte sich über den plötzliche Bevölkerungsanstieg freuen: Fast 11 000 Münsteraner - vor allem Studenten - sind zurzeit in Münster mit zweitem Wohnsitz gemeldet, wie Ute Kutschera, Pressesprecherin der Stadt Münster, auf Anfrage mitteilt. „Nach vorsichtigen Schätzungen können wir damit rechnen, dass etwa 1 500 Einwohner mit einer Zweitwohnung in Münster bleiben“, sagt sie.

Kutschera rechnet mit zusätzlichen Einnahmen von vier Millionen Euro, wie sie sagt: 500 000 Euro brächte die Zweitwohnungssteuer ein, 3,5 Millionen Euro zusätzlicher Schlüsselzuweisungen flössen aus der NRW-Landeskasse nach Münster.

Die Einführung der Zweitwohnungssteuer in Münster hat dort bislang nur der Finanzausschuss mit einer Mehrheit von SPD und CDU entschieden. Laut Kutschera will die Verwaltung bis zum Sommer einen Gesetzesentwurf erarbeiten, entscheidungsreif für den münsterschen Stadtrat sei alles aber wohl erst Ende des Jahres. „Wir würden das zusätzliche Geld dann frühestens 2012 im Haushalt bemerken“, sagt die Sprecherin der Stadt.

Wer in Münster seinen Hauptwohnsitz hat und zusätzlich in Warendorf gemeldet ist, muss allerdings keine Angst vor dem Fiskus haben: Die Stadt Warendorf habe sich bei der letzten Konsolidierungsrunde gegen die Zweitwohnungssteuer entschieden, wie Kämmerer Thormann berichtet.

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