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Rot Weiss Ahlen

Elf Punkte auf dem Wunschzettel

Franz Prinz

Ahlen - In dieser Woche ist Christians Hocks Gespür gefordert. Er muss genau schauen, auf wen er am Freitagabend bauen kann, denn die Partie gegen den FC Energie Cottbus (18 Uhr, Wersestadion) dürfte richtungweisend für die nächsten Monate sein. Da muss er Spieler aufbieten, die 90 Minuten lang bedingungslos kämpfen, auch mal etwas riskieren und letztlich alles unternehmen, um im letzten Heimspiel dieses Jahres endlich den ersten Heimerfolg in dieser Spielzeit zu schaffen. Elf Punkte zur Winterpause sind noch möglich.

Wenn die Rot-Weißen gewinnen, wird sich der Rückstand auf die in der Tabelle auf den Plätzen vor Ahlen rangierenden Teams aus Frankfurt und Koblenz auf jeden Fall verringern, treffen diese beiden doch aufeinander. Christian Hock weiß aber auch, dass seine Spieler mehr Durchsetzungsvermögen vor dem gegnerischen Tor benötigen. In Frankfurt kam diesbezüglich einfach zu wenig. Mal fehlte der letzte Schritt, mal der tödliche Pass oder der gut angesetzte Schuss aus der zweiten Reihe. Strategisch war seine Elf vor der Pause gut aufgestellt und erarbeitete sich die Spielhoheit, machte hieraus aber zu wenig. Als die Platzherren ihre Taktik nach dem Wechsel etwas umstellten, reagierten Hocks Spieler nicht entsprechend. So liefen sie sich fast durchweg am Frankfurter Strafraum fest und kamen kaum noch zu Chancen. „Hier hätten wir ohne Zweifel geschickter agieren müssen“, gestand auch Hock ein, der dennoch mit seiner Elf nicht unzufrieden war. „Es war sicherlich kein überragendes Spiel, aber wir haben es über weite Strecken diktiert, hatten die größere Anzahl an Torchancen und haben letztlich leider zwei Punkte liegen lassen.“

Als „ganz o.k.“ bezeichnete Ahlens Trainer die Leistung seiner beiden neuen Außen Mikolajczak und Lartey. „Sie haben ihre Sache ganz ordentlich gemacht.“ Gespannt sein darf man, ob er auch nach der Winterpause noch auf beide bauen wird, denn dass etwas auf den Außenpositionen geschehen muss, wenn die Ahlener noch etwas erreichen wollen, steht außer Frage. Und auch im Angriff müssen die Rot-Weißen zwingend Veränderungen vornehmen. Bei allem Einsatzwillen, den Thomas Bröker in diesen Tagen zeigt - er allein kann es nicht richten. Lars Toborg hat offenbar immer noch nicht zu seiner alten Form gefunden und Marcel Reichwein kein Vertrauen in seine Stärken. „Er lässt sich zu sehr von den Fans beeinflussen und einfach zu schnell den Kopf hängen, wenn sie mal pfeifen“, versucht sein Trainer die schwachen Leistungen des Ex-Wuppertalers zu erklären. Gut möglich, dass er im Winter zu einem Drittligisten wechselt und die Ahlener für ihn Marcel Heller von der Frankfurter Eintracht ausleihen. Am Freitag gegen Cottbus dürfte er daher wohl ebenfalls nicht mehr zum Kader gehören.

Dafür aber Ahlens Youngster, die langsam und behutsam auf- und eingebaut werden. Sie werden auch gegen Cottbus wieder zu ihren Einsatzminuten kommen. Und wer weiß - vielleicht haben sie Anteil an der einen entscheidenden Aktion, die ihr Team für diesen so lebenswichtigen Sieg benötigt. Verbessern müssen die Rot-Weißen gegen die Lausitzer allerdings auch ihre Quote der gelungenen Pässe. 62 Prozent gegen Frankfurt waren jedenfalls zu wenig, in der gegnerischen Hälfte war sie mit 47 Prozent sogar noch geringer.

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