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Urteile

Eltern Schwerbehinderter können Lift von der Steuer absetzen

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Eltern Schwerbehinderter können die Kosten für den Einbau eines Treppenlifts steuerlich geltend machen. Das geht aus einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) in München (Az.: BFH III R 97/06) hervor, auf das der Verlag „Neue Wirtschafts-Briefe“ in Herne hinweist. Der Einbau lasse sich als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen. In dem Fall hatten die Eltern eines volljährigen Mannes im Jahr 2001 einen Treppenlift einbauen lassen, weil ihr Sohn nach einem Unfall querschnittsgelähmt war. Die Kosten machten die Eltern als außergewöhnliche Belastung geltend. Der Sohn hatte 2001 keine eigenen Einkünfte und war unterhaltsberechtigt gegenüber seinen Eltern. Erst im Laufe des Jahres 2002 zahlte ihm seine Unfallversicherung rund 55 700 Euro aus. Das Finanzamt berücksichtigte die Aufwendungen der Eltern nicht. Es begründete die Ablehnung damit, dass der Sohn über eigenes, nicht geringfügiges Vermögen verfügt habe und den Lift selbst hätte bezahlen können. Der BFH gab aber den Eltern Recht. Zwar sei der Sohn verpflichtet, sein Vermögen einzusetzen, bevor er Unterhaltsleistungen der Eltern in Anspruch nimmt. Es könne ihm allerdings nicht zugemutet werden, das Geld der Unfallversicherung dafür zu verwenden. Denn das sei sein einziges Vermögen, das er für seine Altersvorsorge und zum Abdecken seines lebenslangen Mehrbedarfs wegen seiner Behinderung benötigt.

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