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Elton Johns "Red-Piano-Show": Reichlich bunt, aber auch behäbig

unserem Mitarbeiter Werner Zempelin

Düsseldorf - Unbestritten ist Elton John einer der bekanntesten und erfolgreichsten Musiker der Gegenwart. Doch als er am Donnerstagabend im mit über 8000 Besuchern prall gefüllten ISS-Dome in Düsseldorf auftrat, kam der 62-Jährige im Frack mit glitzernden Sternen und Streifen auf den Ärmeln und leuchtend rotem Hemd etwas zu behäbig auf die Bühne.

Lag es daran, dass das Konzert verspätet gegen 21 Uhr anfing? Oder dass am Anfang das zehnminütige Video zu Ehren seines kürzlich verstorbenen Keyboarders Guy Babylon die Stimmung etwas drückte? Oder war es einfach die Routine nach fünf Jahren „Red Piano“-Show?

Der knallrote Flügel war Mittelpunkt des Sets, wenn man davon absieht, dass die gigantische Videowand, die den Bühnenhintergrund bildete, die Blicke der Zuschauer immer wieder einfing. Elton John und seine Band waren auf der riesigen Bühne derart weiträumig „verstreut“, dass sie nicht wie eine Einheit wirkten, obwohl sie sehr professionell spielten.

Zu den meisten Liedern wurden Filmkompositionen des bekannten Fotografen David LaChapelle gezeigt. Sehr bunt und sehr schräg.

Bei „Candle in the Wind“ sah man eine echt aussehende Marilyn-Monroe-Imitatorin, der überlange Song „Rocket Man“ handelte von Elton Johns exzessbehaftetem Leben und nicht von einem Raumfahrer. Dabei erschloss sich der Sinn und Zusammenhang mancher Videos mit der Musik dem Betrachter nicht immer, gute Unterhaltung bot die „Red Piano“-Show aber in jedem Fall.

Gegen Ende der grellbunten Show wurde noch einmal voll aufgedreht: Rund 30 Fans durften auf die große Bühne und umringten Elton Johns Piano. Aufblasbare Bananen und sonstige Früchtchen zierten die Bühne, Luftballons regneten abschließend auf das Publikum herab, das sich mit tollem Applaus bedankte, Elton John aber nach zwei Stunden nicht zu einer Zugabe bewegen konnte.

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