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Anlieger wollen den neuen Weg nicht

Empörung über plötzlichen Baggereinsatz am Leerbach

Franz Neugebauer

Horstmar-Leer - Der Beginn der Arbeiten zur Renaturierung des Leerbaches und der damit verbundene Ärger der unmittelbar betroffenen Anlieger war am Wochenende das Top-Thema in Leer. Dabei gingen die Meinungen weit auseinander, weniger wegen der Renaturierungsarbeiten als vielmehr wegen der gleichzeitigen Anlage eines Weges entlang des Leerbaches.

„Wir wollen in der Trockenperiode mit den Arbeiten beginnen“, hatte Bürgermeister Robert Wenking in einer Anliegerversammlung erklärt. Gleichzeitig hatte er den Anliegern noch weitere Informationen versprochen. Diese habe es aber nicht gegeben, man habe sich gewundert, dass plötzlich der Bagger anrollte und Bäume und Sträucher entlang des Sportplatzes weichen mussten, so die Anlieger Beate und Jürgen Rabe.

„Ich habe als Sichtschutz eine Hecke aus heimischen Gehölzen gepflanzt, die ist jetzt weg und ich kann bis auf den Sportplatz schauen“, klagt Anlieger Dietmar Sundorf. Innerhalb kurzer Zeit habe er auch die gepachtete Weide, auf der Schafe grasten, an die Stadt zurückgeben müssen. Die Infos der Stadt diesbezüglich seien sehr widersprüchlich gewesen. Sundorf hofft nur, dass sein angelegter Teich mit zahlreichen Fröschen und anderen Lebewesen erhalten bleiben kann. Wilhelm Uesbeck musste sich von seinen auf dem städtischen Grundstück gehaltenen Hühnern verabschieden.

Im Vorfeld schienen sich alle Anlieger mit der Renaturierung des Bachlaufes identifizieren zu können. Danach wird der bisherige kanalähnliche Bachlauf nicht mehr gradlinig verlaufen, sondern sich durch das tiefer gelegene Gelände schlängeln. Dadurch wird die Fließgeschwindigkeit des Gewässers gemindert. Es sei eine Ersatzvornahme anstelle der von der Bezirksregierung in Münster geforderten fünf Regenrückhaltebecken. Das sei einfach nicht zu finanzieren, waren sich Rat und Verwaltung einig. Man suchte nach neuen Möglichkeiten und fand als Ausweg die Renaturierung des Leerbaches entlang des Sportplatzes. „Wir haben uns die Maßnahme nicht gewünscht,“ so der Bürgermeister.

Geteilter Meinung und durchaus nicht im Sinne der Anlieger ist der geplante Weg entlang des Baches von der Horstmarer Straße bis zur Holzbrücke bei Austrup/Uesbeck. Die Anlieger befürchten Beeinträchtigungen durch Einsicht auf ihre Grundstücke und sehen die Notwendigkeit nicht ein. Die Stadt könne das Geld für andere Zwecke sinnvoller einsetzen. Andere befürworten einen späteren weiteren Ausbau bis zu Jannings Quelle, denn dadurch gewinne das Dorf an Attraktivität.

„Es ist mehr oder weniger ein wassergebundenes Pättchen in einer Breite von einem Meter,“ erläuterte Bürgermeister Robert Wenking auf Anfrage. Bezüglich der Genehmigung habe er am Mittwoch ein Gespräch mit der Unteren Wasserbehörde beim Kreis Steinfurt. Er setze damit einen mehrheitlichen Ratsbeschluss um, so der Bürgermeister. Die bisherigen Arbeiten seien notwendig gewesen, um das Baufeld für die Renaturierungsarbeiten zu räumen.

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