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Ende des Fastenmonats

Gerd Jakobi

Damit der 23-Jährige nicht ein zu großes Laufpensum verrichten musste, beorderte ihn der Trainer in die Spitze. Kara verlor gegen den kompromisslosen Norman Seidel fast alle Zweikämpfe und war nur ein Schatten seiner selbst, und ohne Kara im Mittelfeld tun sich die Preußen schwer. Was ihm ansonsten spielerisch leicht vom Fuß geht, war gestern holprig und fehlerhaft. Schon nach 20 Minuten erweckte der Techniker den Eindruck, als sei er völlig am Ende, das Spiel lief komplett an ihm vorbei. „Mein Gegenspieler hat mich auch mit unsauberen Mitteln bearbeitet, um mir die Spielfreude zu nehmen. Aber daran lag es nicht, ich war nicht spritzig genug und müde im Kopf“, sagte er.

Aber der SCP kann auf ihn nicht verzichten, und so hoffte Roger Schmidt auf irgendeinen Geistesblitz seines Spielgestalters. Nach der Pause spielte er im Mittelfeld, bekam einen neuen Gegenspieler, hatte nun einige ordentliche Szenen und bei jeder halbwegs gefährlichen Aktion seinen Fuß im Spiel. Ein Mal legte er maßgerecht für Timo Scherping auf, der die Latte krachen ließ, Kapitän Orhan Özkara verfehlte einen Eckball Karas. Und dann war es der Spieler mit der Nummer 20 selbst, der die Entscheidung besorgte. Seinen Eckball fälschte ein Herner noch leicht ab. „Aber das Tor gehört mir, ganz klar“, ließ der 23-Jährige erst gar keine Zweifel zu. Als die fünfminütige Nachspielzeit anbrach, durfte er auf die Ersatzbank.

Wiedersehen mit seinem Ex-Verein feierte in Herne Michael Erzen. Er genießt am Schloss Strünkede noch immer viele Sympathien. In der kleinen Gastwirtschaft neben den Umkleidekabinen, wo Ex-Nationalspieler wie Hans Tilkowski und Helmut Benthaus verewigt sind, hängt auch ein Foto von ihm. Trotzdem hätte er gegen seinen früheren Club gern getroffen. Um ihn etwas aus dem Rampenlicht zu nehmen, hatte Schmidt ihn auf die linke Seite beordert.

Erzen war bis zur Auswechselung bemüht, klare Aktionen hatte er nicht. Und erstmals blieb er in einem Spiel ohne eine einzige Torchance. „Heute ging gar nichts, meistens hatte ich zwei Gegenspieler vor mir. Man ist mit mir nicht gerade zimperlich umgegangen, da wurde mit allen Mitteln gearbeitet, mit Haken und Ösen. Eigentlich sind heute nur die drei Punkte schön“, gestand er.

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