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Energie Cottbus: Schuldenfrei und zu schwach

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Energie Cottbus droht der Abstieg / Aber Trainer Prasnikar setzt erneut auf den Klassenerhalt

Wo kommen sie her?

Obwohl Cottbus der einzig verbliebene Bundesliga-Verein aus der ehemaligen DDR ist, sind die Lausitzer kein Verein mit großer Ost-Tradition, wie es zum Beispiel Dynamo Dresden ist. Energie pendelte in den siebziger und achtziger Jahren zwischen der höchsten (Oberliga) und zweithöchsten (DDR-Liga) Spielklasse. Nach der Wende war Energie lange drittklassig. Erst 1997 überraschte Cottbus gleich zwei Mal positiv: Der Verein zog ins Pokalfinale gegen Stuttgart ein (0:2) und stieg erstmals in die zweite Liga auf. 2000 und 2006 ging es für die Lausitzer gar bis hinauf in die Bundesliga – der Aufstieg gelang jeweils erst am allerletzten Spieltag.

Wo wollen sie hin?

Niemand in Cottbus ist so realitätsfern, als Ziel etwas anderes als den Klassenerhalt zu nennen. Trainer Bojan Prasnikar wagt dennoch eine optimistische Zielsetzung: „Wir brauchen nicht drum herum zu reden, wir gehören wieder zum Kreis derer, die um den Klassenerhalt kämpfen. Aber wir wollen besser abschneiden als im Vorjahr.“ Das wäre immerhin Rang 13.

Das liebe Geld

„Aus wenig viel machen“, beschreibt Manager Steffen Heidrich das Konzept des Vereins. Geschätzte 23 Millionen Euro stehen den Lausitzern in der kommenden Saison zur Verfügung, vier Millionen weniger als in der Vorsaison. Positiv: Cottbus ist schuldenfrei. Vor drei Jahren stand der Verein noch mit etwa 4,5 Millionen Euro in der Kreide.

Wer hat das Sagen?

Bis vor wenigen Monaten herrschte Streit zwischen Präsident Ulrich Lepsch und Trainer Petrik Sander. Sander musste gehen, nachdem er öffentlich eine Verdopplung seines Gehaltes gefordert hatte. Lepsch holte Bojan Prasnikar, dem der kaum für möglich gehaltene Klassenerhalt gelang. In der Vorbereitung gab es dementsprechend kaum Misstöne: Lepsch, Prasnikar (gerade bis 2010 verlängert) und Manager Steffen Heidrich scheinen gut zu harmonieren.

Der Typ, auf den Sie achten sollten

Für 50 000 Euro (Ausstiegsklausel) wechselte Danny Galm von der Frankfurter Eintracht nach Cottbus. Der 22-Jährige spielte bisher lediglich in der zweiten Eintracht-Mannschaft (Oberliga Hessen), traf dort vergangenes Jahr aber immerhin 17 Mal. Silvio Meißner hatte die Verpflichtung von Galm empfohlen, unter Giovanni Trapattoni hatten die beiden gemeinsam in Stuttgart trainiert.

Wen schlagen sie am liebsten?

Normalerweise müssten hier Vereine wie Rostock, Aue, Dresden oder Chemnitz stehen. Doch nach dem Abstieg des zweitletzten Ost-Vereins (Rostock) fehlen die emotionalen Duelle. Immerhin treffen die Lausitzer in der ersten Pokalrunde auf Oberligist Tennis Borussia Berlin, was auf der Webseite euphorisch als „Brandenburg-Berlin-Derby“ angekündigt wird.

Der ausgefallenste Fan-Artikel

Bettlaken und Kissenbezüge hat mittlerweile wohl jeder Verein im Angebot – in Cottbus gibt es gleich das ganze Bett dazu. „Schlafen wie die Profis im Energie-Polsterbett“ werben die Lausitzer auf ihrer Webseite. Von „Arena“ bis „Classic“ bietet der Fanshop fünf verschiedene Ausführungen. Kosten: Zwischen 600 und 1000 Euro – süße Energie-Träume inbegriffen.

Prognose

Manager Steffen Heidrich und Trainer Bojan Prasnikar machen in Cottbus gute Arbeit. Cottbus ist weder besser noch schlechter geworden, aber für den Klassenerhalt wird es nicht reichen: Mit Hoffenheim, Köln und Gladbach sind alle drei Aufsteiger zu stark. Platz 17 oder 18.

Daniel Drepper

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