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125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Ahlen

Engagierter Nachwuchs gesucht

Christian Wolff

Ahlen - Jeder Bürger erwartet, dass in kürzester Zeit die Feuerwehr zur Stelle ist und Hilfe leistet, wenn ein Unglück passiert. Kaum jemand macht sich aber Gedanken darüber, wer denn eigentlich die Feuerwehr ist und von wem sie getragen wird. Genau da will der Löschzug Süd am Wochenende ansetzen.

Angesichts des großen Aufgabenspektrums, das eine Feuerwehr heute zu bewältigen hat, gerät es häufig in Vergessenheit, dass ein Großteil der Leistungen von Freiwilligen bewältigt wird. Noch ist eine schnelle Hilfe gewährleistet, aber wenn die Mitgliederstärke der Freiwilligen Feuerwehren weiter sinkt, dann ist dieses in einigen Jahren nicht mehr gegeben. Der Schwund am Nachwuchs bleibt bei den „Blauröcken“ nicht unbemerkt. Daher zieht der Löschzug Süd bei der Mitgliederwerbung an einem Strang. „Brände machen schon lange nicht mehr den Hauptanteil unserer Einsätze aus“, sagte Rainer Pottgüter, Zugführer im Süden, erst jüngst auf der Jahresdienstversammlung. „Der Schwerpunkt liegt heute im Bereich der technischen Hilfeleistung. Das beginnt bei der Beseitigung von Öl auf Gewässern und Straßen, geht über die Beseitigung von Unwetterschäden bis hin zur Rettung eingeklemmter Personen bei Verkehrsunfällen.“ Natürlich ist der „abwehrende Brandschutz“, wie das Feuerlöschen offiziell bezeichnet wird, nach wie vor eine der Hauptaufgaben der Floriansjünger.

Um das alles leisten zu können, ist die Nachwuchsförderung unabdingbar - und wird am kommenden Wochenende bei einem „Tag der offenen Tür“ mit Geräte- und Fahrzeugausstellung im Rahmen der Ahlener Auto-Ausstellung gepflegt. „Wir helfen auch in der Nacht - komm mach mit“ lautet das Motto am Samstag und Sonntag von jeweils 10 bis 18 Uhr. Dann stellt sich der Löschzug Süd im Gerätehaus, Am Vatheuershof 16, vor.

„Die Freiwillige Feuerwehr will weiter zuverlässig helfen, professionell und damit effizient in kürzester Zeit“, hält Hauptbrandmeister Guido Sellenrieck fest, der „mit der Feuerwehr groß geworden“ ist. „Viele Einwohner von Ahlen, denen die Freiwillige Feuerwehr schon geholfen hat, können dies bezeugen.“

Warum ist Mitgliederwerbung heute wichtiger als noch vor 20 Jahren? „Die schlechte Wirtschaftslage und fehlende Arbeitsplätze führen dazu, dass viele Mitglieder der Feuerwehr nicht mehr am Wohnort, sondern in den Nachbarstädten ihrer Arbeit nachgehen“, sagt Oberbrandmeister Christian Roßbach, Mitorganiator der Aktion. „Wenn ein Mitglied der Wehr während seiner Arbeitszeit zum Einsatz gerufen wird, gibt es oftmals Probleme am Arbeitsplatz, die dazu führen, dass Mitglieder nicht mehr bereit sind, während der Arbeitszeit an einem Einsatz teilzunehmen, da der Arbeitsplatz sonst möglicherweise in Gefahr ist.“ Ein weiteres Problem sei aber auch die mangelnde Bereitschaft vieler Menschen, sich unentgeltlich zu engagieren. Das liege auch an der steigenden Arbeitsbelastung. Und wenn dann noch der Feuerwehrdienst, mit seiner sehr schwer planbaren ehrenamtlichen Tätigkeit hinzukommt, dann verzichten viele lieber darauf.

Auf einem Flugblatt haben die Kameraden die wichtigsten Dinge zusammengestellt, die Interessierte mitbringen sollen. Gefordert ist die Einsatzbereitschaft zu allen Tages- und Nachtzeiten, wenn andere Menschen in Not und Gefahr sind. Sellenrieck: „Wir sind von Kopf bis Fuß auf Helfen eingestellt.“ Geboten wird ein „Hobby mit Kick“, lehrreich, informativ, spannend und aufregend. Kameradschaft, sportliche Aktivitäten, gründliche Aus- und Weiterbildung sowie ein Dankeschön von jemanden, dem geholfen wurde, gehören ebenso dazu. Wer mitmachen will, sollte zwischen 18 und 35 Jahren alt, gesundheitlich fit und teamfähig sein. Alle weiteren Infos gibt es am 25. und 26. April beim Schnuppertag.

Für das leibliche Wohl wird beim „Tag der offenen Tür“ mit Getränken, Bratwurst, Pommes und Erbensuppe gesorgt. Sonntags gibt es außerdem Kaffee und Kuchen. Auch im diesem Jahr findet ein Kindertrödelmarkt auf dem Gelände des Gerätehauses statt. Anmeldungen sind umgehend bei Uwe Gudjohns unter der Telefonnummer 68 44 - immer ab 18 Uhr - abzugeben. Die Standgebühr von fünf Euro wird für wohltätige Zwecke gespendet.

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