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Entführung in Mexico City

Gian-Philip Andreas

Harter Tobak, an den sich der deutsche Jungregisseur Marco Kreuzpaintner („Sommersturm“) da in seinem ersten US-Film herangewagt hat. Zehntausende minderjährige Mädchen und Jungen aus Lateinamerika, Osteuropa oder Asien werden, so recherchierte es der Journalist Peter Landesman fürs „New York Times Magazine“, jährlich gekidnappt und über die mexikanische Grenze in die USA geschmuggelt – wo sie an zahlungskräftige Päderasten verhökert werden.

Autor José Rivera („The Motorcycle Diaries“) hat die (durchaus umstrittenen) Fakten des Artikels in ein konstruiert wirkendes, aber erschreckendes Drama verwandelt, das in zwei Erzählsträngen durch die Hölle führt.

Einerseits folgen wir der verschleppten 13-jährigen Mexikanerin Adriana, die durchs Grenzgebiet geschleift, missbraucht und schließlich im Internet an den Meistbietenden versteigert werden soll. Daneben versucht ihr Bruder Jorge (Cesar Ramos) erst allein, später dann, in den USA, im Verbund mit dem traumatisierten Polizisten Ray (still: Kevin Kline), seine Schwester aus der Gewalt der skrupellosen Gangster zu befreien.

Kreuzpaintner kleidet dieses Drama in grobkörnige Handkamera-Bilder, die mit dokumentarischem Anspruch an „City of God“ erinnern, folgt dabei aber auch Riveras konventioneller Dramaturgie, die Roadmovie und Sozialthriller zu vereinen sucht.

Das klappt ganz gut, krankt nur manchmal an aufdringlicher Symbolik und überflüssigen Sentimentalitäten: „Trade“ reißt vor allem durch das aufrichtige und zornige Engagement mit, das ihn spürbar von Anfang bis Ende durchzieht.

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