1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. EOC: So soll die Erweiterung aussehen

  6. >

Homepage Thema 2

EOC: So soll die Erweiterung aussehen

Anne Eckrodt

Ochtrup - Die Bezirksregierung hat am Freitag angekündigt, die Genehmigungsurkunde für die Flächennutzungsplanänderung des Euregio-Outlet-Centers (EOC) am Montag (26. April) an Bürgermeister Kai Hutzenlaub auszuhändigen. Diese Genehmigung wird unter Auflagen erteilt, so muss der Rat der Stadt einen entsprechenden Beitrittsbeschluss fassen, das heißt, er muss ihn erneut genehmigen. Das soll in einer Sondersitzung am Mittwoch (28. April) geschehen. Erst dann wird die Genehmigung der Änderung wirksam und der Rat kann den Satzungsbeschluss des Bebauungsplans bekanntmachen. Dann ist der Kreis Steinfurt mit der Baugenehmigung am Zug. Wie die Erweiterung aussehen soll, machten Investor und Planer jetzt in einem Gespräch mit unserer Zeitung deutlich.

Wenn Dieter Denne mit dem Finger über die Wege entlang der Schaufensterfronten fährt und dabei erzählt, was sich links und rechts befindet, ist klar: Die Erweiterung des Euregio-Outlet-Centers (EOC) ist längst mehr als ein bloßer Plan auf Papier. Sie hat bereits sehr konkrete Formen, zumindest vor dem inneren Auge des Architekten. „Letzte Feinheiten müssen noch abgestimmt werden, das Gesamtkonzept steht jedoch“, sagt Denne. Und beginnt zu erklären: „Die Anlage ist so aufgebaut, dass die Besucher einen Rundgang durchlaufen, daran sind alle Läden angegliedert, auch die im bereits bestehenden Teil des EOC.“

Sieben neue Gebäude entstehen im Zuge der Erweiterung. In Form und Größe variieren sie, liegen jedoch alle unter 2000 Quadratmeter. Und sie haben noch mehr Gemeinsamkeiten: Es gibt nur ein Erdgeschoss, die Gebäude haben eine Traufhöhe von sechs Metern und flache Dächer mit lediglich drei Prozent Neigung. Die Stahlkonstruktionen haben zu den Schaufensterseiten hin ein Verblendmauerwerk und Vordächer. „Wir werden hier regionale Baustoffe wie Klinker einsetzen - und viel Glas“, betont der Planer. Apropos: „Die Vor- und Rücksprünge, wie es sie im bereits bestehenden Teil gibt, werden sich außen bei den Neubauten fortsetzen. Lange, ununterbrochene Fassaden wird es nicht geben. Im Gegenteil, das Ganze wird einen kleinteiligen Eindruck machen“, kündigt Denne an.

Investor Thomas Dankbar nennt ein paar Zahlen, die die Dimensionen des künftigen EOC noch klarer werden lassen. Der gesamte umbaute Raum der Neubauten beträgt 50000 Kubikmeter, die dort erzeugte Bruttogrundfläche 21500 Quadratmeter. „Das ist eine ganz gute Größenordnung“, meint der Geschäftsführer der Hütten Holding, die das EOC betreibt. Wenn die Erweiterung abgeschlossen und damit die Verkaufsfläche von 3500 auf 11500 Quadratmeter aufgestockt ist, verfügt das EOC über eine Bruttomietfläche von rund 15000 Quadratmetern (inklusive der Gastronomie). Zum Vergleich: Das Outletcenter in Roermond hat 25000 Quadratmeter, die Outlets in Ingolstadt und Werthheim zwischen 12000 und 13000 Quadratmeter.

Die zusätzliche Verkaufsfläche entsteht nicht alleine in den sieben Neubauten, wovon einer für einen zweiten Gastronomiebereich vorgesehen ist. Erd- und Untergeschoss des Beltmannbaus werden zusammengelegt und als Ladenlokale genutzt. Aus dem ersten und dem Dachgeschoss wird zwar ebenfalls eine Etage, allerdings bleibt diese zunächst ungenutzt. „Und im ehemaligen Konsum entstehen Sozialräume, Toiletten, der Bereich für die Security“, zählt Dankbar auf.

Die Fassade des Beltmannbaus, der unter Denkmalschutz steht, wird - ähnlich wie bereits das angrenzende Café Laurenz - behutsam restauriert. Gegenüber, wo heute der Spielplatz ist, entsteht noch ein Gebäude. „Dort bringen wir die letzten 550 Quadratmeter Verkaufsfläche unter“, sagt Denne. Und Dankbar beeilt sich, zu erklären: „Der Spielplatz wird nicht ersatzlos gestrichen, er wandert nur 50 Meter weiter in Richtung Stadtkern.“ Zudem werden auf dieser Seite der Laurenzstraße noch 30 neue Stellplätze.

Das Gros an Parkraum entsteht jedoch auf der anderen Straßenseite. Zu den bereits vorhandenen Flächen kommen 150 Plätze hinter der früheren Wagenburg, 40 hinter dem Restaurant Mediterran, 35 entlang der Erschließungsstraße, die vom Postdamm zum neuen Parkplatz hinter der Straße An den Teichen führt, wo noch einmal Parkraum für 260 Autos entsteht. Letzterer wird nur über die neue Planstraße erreichbar sein, eine Zufahrt über die Straße An den Teichen gibt es nicht. „Damit kommen wir auf insgesamt 750 Stellplätze“, rechnet der Architekt vor.

„Die Erschließungsstraße wird von uns gebaut und dann an die Stadt übergeben. Sie hat dadurch keine Kosten“, betont Dankbar. Auf der Laurenzstraße ist in Höhe des Postdamms ein Kreisverkehr vorgesehen. Davon gelangen die EOC-Besucher direkt auf die neue Straße. Der Postdamm wird verschwenkt und beginnt künftig erst danach.

Das Mammutprojekt EOC-Erweiterung lässt sich nicht mal eben so aus dem Boden stampfen. „Zumal wir den laufenden Betrieb im bereits bestehenden Teil des Outletcenters nicht stören dürfen“, macht Dankbar deutlich. „Wir werden mit den Erschließungsarbeiten, dem Lärmschutz und den Parkplätzen beginnen und arbeiten uns dann Stück für Stück vor“, erklärt Denne. Die Antwort auf die Frage aller Fragen liefert Thomas Dankbar ohne groß zu zögern: „Im Herbst 2011 wollen wir eröffnen.“ Und er fügt hinzu: „Es gibt nur zwei Termine, die für so eine Eröffnung in Frage kommen - April oder September. Wenn es also im Herbst nächsten Jahres nicht klappen sollte, dann wird es im Frühjahr 2012 was.“

Bis dahin wird auf dem 45000 Quadratmeter großen EOC-Gelände eine ganze Menge ge- und verbaut. Rund 20 Millionen Euro investiert die Hütten Holding dort jetzt. Zwölf Millionen Euro hat sie bereits in das bestehende Outlet, die Planungs- und Gerichtskosten und den Grunderwerb für die Erweiterung gesteckt.

Dankbar sieht jedoch nicht alleine das Geld. „Das Ganze ist eine Chance für Ochtrup“, ist er überzeugt. Und mehr noch. Er geht davon aus, dass es im EOC künftig 250 Vollzeitstellen gibt. Da nicht jeder eine volle Stelle habe, bedeute das Arbeit für rund 400 Menschen. „So viele Leute lassen sich nicht alleine in Ochtrup finden. Die werden auch aus den umliegenden Orten kommen.“

Startseite