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Karneval im Kreis Borken

Eperaner und Gronauer im „Helau“ vereint

Christiane Nitsche

Gronau-Epe. Nicht jeder Heimatverbundene ist auch Karnevalist. In diesen tollen Tagen trennt sich überall dort, wo man im Winter Clownsnasen trägt, die Gesamtbevölkerung in Jecke und Nicht-Jecke. Dass Narren aber nicht nur im Rheinland immer auch Lokalpatrioten sind, stellten gestern die Tollitäten der Gronauer Narrengilde in Epe unter Beweis: Kurzfristig sagten Stadtprinz Werner II. und sein Gefolge einen Termin in Bocholt ab, um am Prinzenfrühstück der Bachusjünger in der Germania teilzunehmen. „Epe gehört zu Gronau“, erklärte der Prinz den Sinneswandel.

Dafür, wie für das schon traditionelle Ständchen „Rote Rosen“ wurde er von den Eperanern mit „Gronau Helau!“ verabschiedet – nach einem donnernden „Epe Helau!“ natürlich.

Der Hofstaat der Bachusjünger hatte eingeladen – und viele, viele kamen. Die Veranstaltung des 2002 gegründeten Vereins erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Präsident Manfred Hewing: „Inzwischen fragen Vereine an, ob sie teilnehmen können.“ So kamen gestern Prinzenpaare aus Oeding, Südlohn, Nordhorn, Ochtrup, Wettringen und Elte, um aus den Händen von Prinz Gerd I. und Prinzessin Ulla I. sowie vom Kinderprinzenpaar Simon und Joanne die Orden der Bachusjünger zu empfangen.

Einen ganz besonderen sowie die Ehrenmitgliedschaft verliehen sie Willi Wilbring, alias Willi I. Der in Ahaus geborene Wahl-Gronauer kann auf ein langes Leben für den Karneval zurückblicken und hatte es in der Dinkelstadt sogar bis zum Prinzen gebracht.

Präsident Hewing führte durch ein reichhes und buntes Unterhaltungsprogramm, etwa mit den GNG-Zuckerpuppen, die in einer Art „Schleiertanz“ nacheinander die Hüllen eines bayerischen Waldschrats, Tütüs und Bauchtanzkleidung von sich warfen, um schließlich im Wildkatzendress die Beine zu werfen. Die „Twin Sisters“ der KFK Südlohn besangen die Qualiäten der „Mädchen aus Westfalen“, der in Aachen lebende Niederländer Berry Cline brachte schmissige Evergreens zu Gehör und die Tanzgarde des KC Meckermann aus Bocholt karibisches Flair auf die Bühne. Der Gronauer Shanty-Chor hatte nach „eigens einige Kölner einfliegen lassen“, um seinen Liedern den nötigen karnevalistischen Touch zu verleihen. Getrübt wurde der Tag allein durch die Erkältung von Kinderprinzessin Joanne, die deswegen frühzeitig den Saal verlassen musste, verabschiedet vom wohl lautesten „Epe Helau“ des Tages.

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